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Kfz-Diebstähle: Deutsche Marken besonders beliebt

  • Redaktion - 14. August 2018
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@ Arcaion (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Wie dem am 19. Juni veröffentlichten Bundeslagebild Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamtes (BKA) zu entnehmen ist, sind im Jahr 2017 besonders deutsche Fahrzeugmarken Ziel von Autodieben gewesen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) belief sich die Summe der Gesamtentschädigungsleistungen in 2016 auf rund 299 Mio. Euro und lag damit 10 % über dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre. Auch interessant: Die Diebesbanden werden immer professioneller.

Nun steht es also fest: Der Trend, demnach vor allem hochpreisige Modelle der Fahrzeughersteller VW, Audi, BMW und Mercedes bei Autodieben sehr beliebt sind, hielt auch in 2017 weiterhin an. »Made in Germany« - wer will es ihnen verübeln - scheint wohl auch bei Autodieben schlichtweg ein Zeichen für solide Qualität zu sein. Anders gewendet: Die Chancen, gestohlene deutsche Fahrzeuge im Ausland abzusetzen, sind einfach höher, weil diese stärker nachgefragt werden. Angebot und Nachfrage entfalten ihre Kräfte also auch im Reich der Kriminalität. Ebenfalls sehr beliebt sind außerdem die SUV-Modelle der japanischen Hersteller Mazda und Toyota.

Gesamtfahndungsnotierungen gestiegen

Während die Anzahl der dauerhaft abhanden gekommenen Pkw im vergangenen Jahr gegenüber 2016 von 19.194 auf 19.026 um 0,9 % leicht zurückging, sind die Gesamtfahndungsnotierungen von 35.002 in 2016 auf 36.580 in 2017, also um 4,5 %, gestiegen. Berücksichtigt werden muss hierbei, dass im gleichen Zeitraum auch der Gesamtzulassungsbestand um 1,5 % hochgegangen ist.

Am häufigsten werden indes Fahrzeuge vor allem im Osten Deutschlands entwendet. So sind die absoluten Fallzahlen in 2017 insbesondere in Sachsen-Anhalt (+136 Fälle), Sachsen (+77 Fälle), Brandenburg und Hessen (dies stellt insofern eine Ausnahme dar) gestiegen. Relativ hohe Anstiege sind hervorzuheben in Sachsen-Anhalt mit 26,8 % und Thüringen mit 19,1 %. Im Saarland (-22,4 %) und Mecklenburg-Vorpommern (-19,1%) sind die Anteile der dauerhaft abhanden gekommenen Pkw hingegen gesunken.

Dass die Belastungszahlen vor allem im Osten Deutschlands erhöht sind, erklärt das BKA dadurch, dass von dort aus der Transport in den Osten Europas am schnellsten zu bewerkstelligen ist. Dabei ist interessant, dass rund 60 % der Tatverdächtigen deutsche Staatsangehörige sind. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen führen die Statistik in den Bereichen Diebstahl, Unterschlagung und Hehlerei deutlich polnische Staatsbürger (1.695 Tatverdächtige) an, gefolgt von türkischen (732 Tatverdächtige) und rumänischen Tätergruppen (624 Tatverdächtige).

Professionalisierungstendenzen bei den Tätergruppen

Auf Seiten der Täter ist laut dem BKA indes eine starke Professionalisierung zu verzeichnen. Die vorrangig nach Osteuropa, Russland, Zentralasien, den Nahen und Mittleren Osten sowie nach West- und Nordafrika transportierten gestohlenen Fahrzeuge werden auf eine immer raffinierter und organisierter werdende Weise geschmuggelt. Die Professionalisierung betrifft nicht nur die hohe Fachqualifikation der Tätergruppen, sondern erstreckt sich mitunter auch auf die Bereiche der Überwindung von elektronischen Sicherungseinrichtungen, den Fahrzeugtransport (mitsamt Logistik) und die Fälschung oder Verfälschung von Fahrzeugidentifizierungsmerkmalen oder Fahrzeugpapieren.

Kurios: Während Entwickler und Hersteller hoch technologisierter Systeme zur Fahrzeugortung den Ermittlern einerseits freilich die Fahndung erleichtern, befinden sie sich andererseits gleichwohl aber auch in einem steten Konkurrenzkampf mit den Dieben, die solche Systeme fortwährend auf Lücken durchforsten und zu manipulieren versuchen. Das BKA betont deshalb auch ausdrücklich, dass „Tätergruppierungen in der Lage sind, ihre Tatbegehungsweisen an neue Technologien anzupassen.“ Beispielhaft hierfür steht die Manipulation des sogenannten »Keyless-Entry-Systems«. Dieses erlaubt es den Fahrzeughaltern in ihr Auto ohne eine Betätigung des Schlüssels (der nur in der Hosentasche liegen muss) zu steigen und den Motor per Knopfdruck zu starten. Durch eine Simulation des Fahrzeugschlüssels mithilfe einer sogenannten »Funkstreckenverlängerung« können die Diebe dieses System mittlerweile knacken.

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