Brennpunkte

Rettungsschiff "Aquarius" rettet vor Libyens Küste 25 Flüchtlinge aus Seenot

  • 10. August 2018, 15:55 Uhr
Bild vergrößern: Rettungsschiff Aquarius rettet vor Libyens Küste 25 Flüchtlinge aus Seenot
Die "Aquarius" hat wieder Flüchtlinge gerettet
Bild: AFP

Zwei Monate nach dem Hafenverbot für die 'Aquarius' in Italien hat das Rettungsschiff wieder 25 Menschen aus Seenot gerettet. Das von zwei Hilfsorganisationen betriebene Schiff rettete die Flüchtlinge von einem Holzboot vor der libyschen Küste.

Anzeige

Zwei Monate nach dem Hafenverbot für die "Aquarius" in Italien hat das Rettungsschiff wieder 25 Menschen aus Seenot gerettet. Das von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff rettete die Flüchtlinge am Freitag von einem Holzboot, wie Ärzte ohne Grenzen in Berlin mitteilte. Die Rettungsaktion erfolgte demnach in internationalen Gewässern 26 Seemeilen vor der libyschen Küste.

"Glücklicherweise gibt es keine ernsten gesundheitlichen Probleme. Aber einige Menschen sind dehydriert und müde", sagte der Arzt an Bord der "Aquarius", David Beversluis. Das Team auf dem Schiff hat den Angaben zufolge alle zuständigen staatlichen Stellen über die Rettungsaktion informiert.

Die "Aquarius" hatte ihre Mission im Mittelmeer erst am Mittwoch vergangener Woche wieder aufgenommen. Anfang Juni hatten Malta und Italien die "Aquarius" mit 630 Flüchtlingen an Bord zurückgewiesen. Die Odyssee des Rettungsschiffs endete erst nach einer Woche im spanischen Hafen Valencia. SOS Méditerranée hat nach eigenen Angaben zusammen mit Ärzte ohne Grenzen seit 2016 mit der "Aquarius" mehr als 29.300 Flüchtlinge aus Seenot gerettet.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten bei ihrem Gipfel Ende Juni eine Reihe von Beschlüssen zu einer Verschärfung der Migrationspolitik gefasst. Die neue populistische Regierung in Italien, früher Hauptankunftsland von Bootsflüchtlingen, will die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf Null zurückfahren.

Im Juni entschied der italienische Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei, dass Schiffe von Hilfsorganisationen mit Flüchtlingen an Bord nicht mehr in italienischen Häfen anlegen dürfen. Auch Malta verweigerte wiederholt die Einfahrt von Schiffen mit geretteten Bootsflüchtlingen.

ANZEIGE

Die News Rettungsschiff "Aquarius" rettet vor Libyens Küste 25 Flüchtlinge aus Seenot wurde von AFP am 10.08.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern D, Frankreich, EU, Migration, Flüchtlinge, Hilfen abgelegt.

Weitere Meldungen

46 Afghanen mit neuerlichem Sammelflug abgeschoben - 25 davon kamen aus Bayern

Im Zuge einer erneuten Sammelabschiebung sind in der Nacht zu Mittwoch 46 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückgeführt worden - mehr als die Hälfte davon aus Bayern.

Mehr
UN-Flüchtlingskommissar: Keine Flüchtlingskrise mehr in Deutschland

Berlin - Filippo Grandi, Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, sieht in Anbetracht der sinkenden Zahl von neu ankommenden Schutzsuchenden keine Flüchtlingskrise

Mehr
Israel öffnet Grenzübergang zu Gazastreifen nach fünfwöchiger Sperrung

Nach fünfwöchiger Sperrung hat Israel seinen einzigen Grenzübergang zum Gazastreifen für den Warenverkehr wieder vollständig geöffnet. Ein Konvoi aus dutzenden Lastwagen passierte

Mehr

Top Meldungen

Zahl der neuen Ausbildungsverträge gestiegen

Wiesbaden - Im Jahr 2017 haben insgesamt 515.700 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen: Das waren 5.700 oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das

Mehr
Fluggastrechteportal verklagt Ryanair wegen Streiks

Frankfurt/Main - Das deutsche Fluggastrechteportal Flightright hat am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt am Main Klage gegen die irische Billigfluggesellschaft Ryanair

Mehr
Bauexperte: Deutschlands Brücken verrotten gefährlich

Berlin - Nach der Katastrophe in Genua werden auch in Deutschland Zweifel an der Stabilität von Autobahnbrücken laut. "Unsere Brücken verrotten gefährlich, ein Einsturzrisiko

Mehr