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Puigdemont lobt deutsche Haftanstalten

  • 10. August 2018, 15:41 Uhr
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Gefängnis
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Brüssel - Der frühere katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont, der auf seiner Flucht vor der spanischen Justiz zwölf Tage in deutscher Haft zubrachte, nennt seine Zeit in Deutschland "eine sehr bereichernde Erfahrung, menschlich wie politisch". Auch in Haft hätten ihn alle korrekt behandelt, sagt Puigdemont in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel".

"Ich konnte darauf vertrauen, dass ich mich in einem Rechtsstaat aufhielt und in den Händen von Profis war." In Spanien sei das anders. Trotz der Gespräche zwischen der Regierung des neuen sozialistischen Premiers Pedro Sánchez in Madrid und der katalanischen Regionalregierung glaubt Puigdemont nicht an eine Lösung. "Auch Sánchez hat im Senat für die Zwangsverwaltung in Katalonien gestimmt."

Es herrsche zwar ein anderer Ton mit der sozialistischen Regierung als mit deren konservativen Vorgängern. Aber er habe die Erfahrung gemacht, dass die Sozialisten, wenn sie an der Regierung waren, ebenfalls keinen Föderalismus gewollt hätten. "Wir können nicht so naiv sein zu glauben, dass sie jetzt Ernst machen. Uns interessiert nur, welche Angebote Sánchez auf den Tisch legt."

Er wolle nicht das Gesicht Kataloniens in der Welt sein, sagt Puigdemont. "Wir brauchen keine Führer und keine Märtyrer." Es gefalle ihm auch nicht, dass einige seiner Mitstreiter im Gefängnis seien, während er sich in Freiheit befinde, aber er sei auch nicht gern im Exil. Als gescheitert sieht sich Puigdemont nicht: Seine Partei sei die stärkste im Unabhängigkeitslager, er stehe in ständigem Kontakt mit der katalanischen Regierung und arbeite in Brüssel weiter für die Unabhängigkeitsbewegung – einen Widerspruch zur Haltung der Regierung in Barcelona gebe es nicht. "Unter besten Vorzeichen werde ich viele Jahre im Exil leben. Eine pessimistische Analyse sähe mich viele Jahre im Gefängnis. Wenn wir Optimisten sind, glauben wir, dass wir bald nach Hause zurückkehren und dass alle freikommen."

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