Brennpunkte

Regierungszahlen schüren Zweifel am Sinn des Spanien-Abkommens

  • 10. August 2018, 12:46 Uhr
Bild vergrößern: Regierungszahlen schüren Zweifel am Sinn des Spanien-Abkommens
Spanische Fahnen
dts

.

Anzeige

Berlin - Zahlen des Bundesinnenministeriums schüren Zweifel am Sinn des Flüchtlingsabkommens zwischen Deutschland und Spanien. Nicht ein einziger Flüchtling wäre in den vergangenen zwei Monaten von der Abmachung betroffen gewesen, die am Samstag in Kraft treten soll, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Angaben des Innenministeriums.

Erst seit Mitte Juni schlüsseln die Behörden auf, in welchem anderen EU-Staat bei Grenzkontrollen aufgegriffene Flüchtlinge schon einen Asylantrag gestellt haben. In Fachjargon ist von "Eurodac-Treffer der Kategorie 1" die Rede. Seither wurden "insgesamt acht Personen mit aus einem spanischen Verfahren herrührenden Eurodac-Treffer der Kategorie 1 bei der unerlaubten Einreise nach Deutschland festgestellt", sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Allerdings sei kein einziger davon an der deutsch-österreichischen Grenze gestoppt worden, auf die sich das Flüchtlingsabkommen mit Spanien zunächst beschränkt.

Kritiker des Abkommens hatten in den vergangenen Tagen immer wieder hervorgehoben, dass Flüchtlinge aus Spanien kaum den Umweg über Österreich einschlagen, um nach Deutschland zu gelangen. Insgesamt wurden seit Beginn der Aufschlüsselung 150 Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen, die schon in anderen EU-Staaten einen Asylantrag gestellt hatten, wie das Ministerium dem "Handelsblatt" erklärte: "Davon entfallen etwa die Hälfte auf Italien und etwa ein Fünftel auf Österreich." Im Übrigen sei "die Streuung der festgestellten Treffer recht breit".

ANZEIGE

Die News Regierungszahlen schüren Zweifel am Sinn des Spanien-Abkommens wurde von dts am 10.08.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Spanien, Asyl abgelegt.

Weitere Meldungen

Kavanaugh: Habe Frauen immer mit Respekt behandelt

Der konservative Kandidat für das Oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erneut zurückgewiesen. Er habe sich nie sexuell an jemandem vergriffen,

Mehr
Anhörung zu Strafmaß gegen Bill Cosby in Missbrauchsprozess begonnen

Im Missbrauchsprozess gegen den früheren US-Fernsehstar Bill Cosby hat am Montag die Anhörung zum Strafmaß begonnen. Bei der Gerichtsverhandlung in Norristown ging es zunächst um

Mehr
Kreml-Kritiker Nawalny zu 20 Tagen Haft verurteilt

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist nach Angaben seiner Sprecherin erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der 42-Jährige müsse wegen eines Protestaufrufs

Mehr

Top Meldungen

Stellenabbau bei Siemens fällt etwas niedriger aus

Bei Siemens fallen in der Kraftwerkssparte in Deutschland rund 2900 Stellen weg - etwas weniger als ursprünglich angepeilt. Darauf verständigte sich der Konzern mit dem

Mehr
Bericht: Zusagen für Baukindergeld frühestens im März 2019

Berlin - Die Zusagen für Baukindergeld werden sich wohl bis in das nächste Jahr verzögern. Die ersten Familien erhalten ihre Zahlungszusagen frühestens im März 2019, berichtet

Mehr
Landkreise und Bauern fordern "echte Flächendeckung" mit neuem 5G-Mobilfunk

Hochleistungsinternet auch auf dem Land: Vor der im kommenden Frühjahr anstehenden Frequenzversteigerung für den nächsten Mobilfunkstandard 5G haben der Deutsche Landkreistag und

Mehr