Finanzen

Aktienkurs von Linde bricht wegen Zweifels an geplanter Fusion mit Praxair ein

  • 6. August 2018, 12:39 Uhr
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Zweifel an geplanter Fusion von Linde und Praxair
Bild: AFP

Der Aktienkurs des Industriegaskonzerns Linde ist am Montag eingebrochen, nachdem seine geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair unerwartet in Frage gestellt wurde. Zuvor hatte die US-Kartellbehörde FTC zusätzliche Forderungen erhoben.

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Der Aktienkurs des Industriegaskonzerns Linde ist am Montag eingebrochen, nachdem seine geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair unerwartet in Frage gestellt wurde. Der Kurs verlor am Montagmorgen an der Frankfurter Börse über neun Prozent und notierte bei 190,85 Euro. Am Wochenende hatte Linde unter Verweis auf die US-Kartellbehörde FTC mitgeteilt, dass der geplante Zusammenschluss "mit höheren Anforderungen verbunden sein könnte als bisher erwartet".

Die erhöhten Anforderungen an die kartellrechtlichen Freigaben würden "wahrscheinlich zu einer Überschreitung einer vereinbarten Obergrenze für von Linde und Praxair zu akzeptierende Kartellauflagen führen", hieß es weiter. Die US-Behörde habe "Erwartungen im Hinblick auf zusätzliche Veräußerungszusagen und die betreffenden Erwerber geäußert".

Die neuen Forderungen der FTC würden nun analysiert, "um deren Reichweite einzuschätzen und zu bewerten, inwieweit sie sich schnell genug umsetzen ließen, um eine rechtzeitige Freigabe des Zusammenschlusses zu erreichen". Die Zeit drängt: Linde und Praxair wollen ihre Fusion bis zum 24. Oktober abschließen. 

Zudem vereinbarten beide Seiten laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, dass sie die Fusion noch stoppen können, wenn sie sich aus Wettbewerbsgründen von mehr als 3,7 Milliarden Dollar Umsatz trennen müssen. Diese Schmerzgrenze könnte nun erreicht werden. 

In Vorbereitung des Zusammenschlusses hat Linde bereits angekündigt, Anteile in Höhe von 2,8 Milliarden Euro an den deutschen Konkurrenten Messer und den luxemburgischen Konzern CVC zu veräußern - das ist der Großteil seiner Aktivitäten auf den Märkten in den USA, Brasilien, Kolumbien und Kanada. Anfang Juli verkündete Praxair zudem den Verkauf seines Europa-Geschäfts an den japanischen Konkurrenten Taiyo Nippon.

Das geplante Geschäft hat einen Wert von rund 66 Milliarden Euro. Linde und Praxair wollen sich damit zum weltgrößten Gaskonzern zusammenschließen, vor dem Franzosen Air Liquide.

Die Fusion ist umstritten: Gewerkschaften und Angestellte befürchten den Verlust tausender Arbeitsplätze, eine Einschränkung der Mitbestimmung und eine Schwächung von Linde. Der Konzern beschäftigt in Deutschland etwa 8000 Mitarbeiter.

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Die News Aktienkurs von Linde bricht wegen Zweifels an geplanter Fusion mit Praxair ein wurde von AFP am 06.08.2018 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern D, USA, Unternehmen, Übernahmen, Börse abgelegt.

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