Gesundheit

Experten warnen vor dramatischem Scheitern im Kampf gegen Aids

  • 22. Juli 2018, 19:06 Uhr
Bild vergrößern: Experten warnen vor dramatischem Scheitern im Kampf gegen Aids
Zeichen gegen Aids
Bild: AFP

Experten haben vor einer dramatischen Ausweitung der weltweiten Aids-Epidemie gewarnt. Eine alarmierende Zunahme der Infektionszahlen gekoppelt mit dem Wachstum junger Bevölkerungsschichten könnten zu einer 'Krise historischen Ausmaßes' führen.

Anzeige

Vor einer internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam haben Experten vor einer dramatischen weltweiten Ausweitung der Immunschwächekrankheit gewarnt. Eine alarmierende Zunahme der Zahl von Neuinfektionen gekoppelt mit dem Wachstum junger Bevölkerungsschichten in besonders betroffenen Ländern könnten zu einer "Krise historischen Ausmaßes" führen, sagte der US-Aids-Experte und Diplomat Mark Dybul am Sonntag vor dem Beginn der großen internationalen Fachkonferenz mit 15.000 Teilnehmern.

Dybul forderte mehr Geld für die Bekämpfung der Krankheit. Die Welt sei gegenwärtig "vermutlich so gefährdet wie nie zuvor, die Kontrolle über die Epidemie" zu verlieren, sagte er. Das liege an der demografischen Entwicklung und dem Umstand, dass Staaten dem Kampf gegen HIV und Aids heute nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenkten wie früher - oder dies in bestimmten Fällen niemals getan hätten.

Auch andere Experten warnten am Sonntag in Amsterdam vor einer dramatischen Unterfinanzierung der weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung von Aids. Spenden und staatliche finanziellen Hilfen gingen zurück. Nach Angaben des Direktors des Anti-Aids-Programms der UNO (UNAIDS), Michel Sidibe, fehlen bereits sieben Milliarden Euro an Hilfsgeldern. "Wenn wir jetzt nicht zahlen, werden wir später mehr und mehr ausgeben müssen", warnte er.

Den Fachleuten zufolge trägt auch eine wachsenden Konzentration auf lebensrettende sogenannte antiretrovirale Medikamente zur Behandlung von Aids-Kranken dazu bei, dass die Basiskampagnen zur Eindämmung der Krankheit zunehmend unterfinanziert seien. Die Mittel etwa für Kondomverteilungsaktionen seien stark zurückgegangen, hieß es. Der Zugang zu Medikamenten ohne gleichzeitige Präventionsmaßnahmen werde Aids nicht besiegen.

Auf der Konferenz in der niederländischen Stadt wollen Experten über den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit beraten, an der weltweit schon 35 Millionen Menschen starben. Besonders in ärmeren Ländern mit stark wachsenden jungen Bevölkerungen wütet sie schwer. Zu der fünftägigen Veranstaltung haben sich neben zahlreichen Fachleuten auch etliche Prominente wie Prinz Harry und der britische Pop-Star Elton John angekündigt.

ANZEIGE

Die News Experten warnen vor dramatischem Scheitern im Kampf gegen Aids wurde von AFP am 22.07.2018 in der Kategorie Gesundheit mit den Stichwörtern Niederlande, UNO, Gesundheit, Medizin, Aids, Hilfen abgelegt.

Weitere Meldungen

Barmer: Mehr als 23 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck

Mehr als jeder vierte Deutsche hat Bluthochdruck. Ärzte stellten im Jahr 2016 bei 28,4 Prozent der Bevölkerung eine sogenannte Hypertonie fest, das entspricht mehr als 23

Mehr
Zahlreiche Entlassungen im jüngsten Pharmaskandal in China

Im jüngsten Pharmaskandal in China sind zahlreiche Verantwortliche entlassen worden. Ein hochrangiges Komitee der regierenden Kommunistischen Partei erwirkte am Donnerstag unter

Mehr
Masernfälle im vergangenen Jahr fast verdreifacht

Im vergangenen Jahr hat es fast dreimal so viele Masernfälle in Deutschland gegeben wie im Vorjahr. 2017 wurden insgesamt 929 Masernerkrankungen übermittelt, darunter ein

Mehr

Top Meldungen

Griechenland-Rettung: Ex-EZB-Chefvolkswirt zieht gemischte Bilanz

Frankfurt/Main - Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, hat nach dem Ende des Hilfsprogramms für Griechenland eine gemischte Bilanz gezogen. Er

Mehr
Erzeugerpreise im Juli gestiegen

Wiesbaden - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Juli 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,0 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,2 Prozent,

Mehr
DIW-Chef Fratzscher: In Griechenland bleibt noch viel zu tun

Berlin - Auch nach dem Ende der internationalen Hilfeprogramme gibt es in Griechenland nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch viel zu tun.

Mehr