Politik

Trump: Mitschneiden von Gespräch durch Anwalt "vielleicht illegal"

  • 21. Juli 2018, 16:37 Uhr
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Ex-"Playboy"-Model McDougal und US-Präsident Trump
Bild: AFP

US-Präsident Donald Trump hat seinen früheren persönlichen Anwalt Michael Cohen wegen eines heimlich mitgeschnittenen Gesprächs attackiert. Dass ein Anwalt heimlich Gespräche mit einem Mandanten aufzeichne sei 'unfassbar' und 'vielleicht illegal', schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. In dem mitgeschnittenen Gespräch ging es laut 'New York Times' um eine mögliche Schweigegeldzahlung an ein ehemaliges 'Playboy'-Model vor den Wahlen 2016.

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US-Präsident Donald Trump hat seinen früheren persönlichen Anwalt Michael Cohen wegen eines heimlich mitgeschnittenen Gesprächs attackiert. Dass ein Anwalt heimlich Gespräche mit einem Mandanten aufzeichne sei "unfassbar" und "vielleicht illegal", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. In dem mitgeschnittenen Gespräch ging es laut "New York Times" um eine mögliche Schweigegeldzahlung an ein ehemaliges "Playboy"-Model vor den Wahlen 2016.

Die Aufnahme des Gesprächs zwischen Cohen und Trump sei im April von der Polizei bei einer Razzia im Büro des Anwalts beschlagnahmt worden, berichtete die Zeitung. Dass die Behörden früh morgens in das Büro eines Anwalts "einbrechen", bezeichnete Trump ebenfalls als "unfassbar".

Das frühere "Playmate" Karen McDougal hatte nach eigener Schilderung in den Jahren 2006 und 2007 eine Affäre mit Trump. Der Präsident ließ über Mitarbeiter eine sexuelle Beziehung zu der heute 47-Jährigen dementieren. Auf Fragen zu dem Fall antwortete er nicht, als er am Freitag das Weiße Haus in Richtung seines Golfclubs in New Jersey verließ.

Trumps jetziger Anwalt Rudolph Giuliani bestätigte der "New York Times", dass Trump mit Cohen über eine Zahlung an McDougal gesprochen hatte. Die Aufnahme sei jedoch nicht belastend, sondern belege eine "sehr professionelle Unterhaltung zwischen einem Mandanten und einem Anwalt", die "kraftvolles entlastendes Beweismaterial" darstelle. Die Zahlung sei letztlich nicht geleistet worden.

Das "Wall Street Journal" berichtete, bei dem Gespräch von Trump und Cohen sei es darum gegangen, die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über ihre angebliche Affäre mit Trump zu kaufen, die sie einen Monat zuvor für 150.000 Dollar an die Zeitschrift "National Enquirer" verkauft hatte. Die Zeitschrift entschied letztlich, nicht über die angebliche Affäre zu berichten.

Das Blatt gehört zum Medienunternehmen American Media Inc. (AMI), dessen Chef David Pecker mit Trump befreundet ist. Laut der "New York Times" kontaktierte Anwalt Cohen den Unternehmer Pecker, damit er McDougals Schilderungen nicht publizierte. McDougal traf inzwischen mit AMI eine neue Vereinbarung, die ihr erlaubt, anderen Medien von der angeblichen Affäre mit Trump zu erzählen.

Die Existenz des heimlichen Mitschnitts hat die Spekulationen darüber angeheizt, ob Cohen eine Gefahr für den Präsidenten darstellt. Der Anwalt steht unter massivem juristischen Druck, da gegen ihn wegen mutmaßlich illegaler Geschäftspraktiken ermittelt wird. Cohen hatte rund zehn Jahre lang für Trump gearbeitet und verfügt über viele Kenntnisse aus Trumps Privatleben und seinen geschäftlichen wie politischen Aktivitäten.

Cohen hatte vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 auch mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels zu tun, die ein Sexabenteuer mit Trump gehabt haben will. Er zahlte ihr damals 130.000 Dollar, damit sie nicht über dieses angebliche Abenteuer spricht. Trump erklärte Anfang Mai, er habe Cohen das Geld erstattet - damit wollte er offenbar dem Verdacht einer illegalen Wahlkampfspende entgegentreten.

Stormy Daniels will inzwischen aus der Schweigevereinbarung aussteigen und ist deswegen gegen Cohen vor Gericht gezogen. Ihr Anwalt Michael Avenatti sagte am Freitag dem Sender CNN, Cohen habe "mehrere" Audiomitschnitte, und drängte den Anwalt, alle zu veröffentlichen. Die Aufnahme sei nur "die Spitze des Eisbergs". Wenn alles ans Licht komme, werde dies ein großes Problem für den Präsidenten darstellen, sagte Avenatti.

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