Politik

Trump stemmt sich mit Beteuerungen gegen Kritik an Helsinki-Auftritt

  • 18. Juli 2018, 21:46 Uhr
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US-Präsident Donald Trump will sich in Helsinki bloß versprochen haben
Bild: AFP

US-Präsident Donald Trump hat die massive parteiübergreifende Kritik an seinem Auftritt mit Russlands Staatschef Wladimir Putin mit einer Serie von Beteuerungen und Bekenntnissen zu entkräften versucht. Trump bekannte sich zu den US-Geheimdiensten.

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US-Präsident Donald Trump hat die massive parteiübergreifende Kritik an seinem Auftritt mit Russlands Staatschef Wladimir Putin mit einer Serie von Beteuerungen und Bekenntnissen zu entkräften versucht. Trump bekannte sich zu den US-Geheimdiensten und schob den Wirbel um seine Aussagen beim Helsinki-Gipfel auf einen vermeintlichen Versprecher. Ferner betonte er am Mittwoch, noch nie sei ein US-Präsident gegenüber Russland so "hart" aufgetreten wie er. 

Für Entrüstung und Entsetzen sorgt in den USA vor allem, dass Trump es bei seiner Pressekonferenz mit Putin vermieden hatte, die nach einhelliger Erkenntnis der US-Geheimdienste von Russland verübten Cyberattacken auf die US-Demokraten während des Wahlkampfs 2016 zu verurteilen. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als "extrem stark und kraftvoll". 

Nicht nur die oppositionellen Demokraten, sondern auch manche Republikaner und Kommentatoren von Trumps Lieblingssender Fox News warfen dem US-Präsidenten daraufhin einen schwachen und blamablen Auftritt vor. Trump entgegnete am Dienstag in einem Statement vor TV-Kameras im Weißen Haus, er habe sich in Helsinki lediglich versprochen. 

Er habe den Satz sagen wollen: "Ich sehe keinen Grund (...), warum es nicht Russland sein sollte", das hinter den Hackerangriffen steckte. Das "nicht" habe er versehentlich weggelassen. Zugleich betonte der Präsident: "Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienstgemeinde, dass Russlands Einmischung in die Wahl 2016 stattgefunden hat."

Der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer, warf Trump daraufhin vor, sich herauszureden zu wollen. Seine Erklärung komme "24 Stunden zu spät".

Der Präsident wiederum versuchte am Mittwoch, zurück in die Offensive zu kommen. In einer Serie aggressiver Botschaften im Kurzbotschafendienst Twitter schrieb er: "So viele Leute am oberen Ende der Intelligenzskala haben meinen Auftritt in Helsinki geliebt. (...) Manche Leute hassen die Tatsache, dass ich mich mit Präsident Putin gut verstehe."

Später betonte Trump in einer Kabinettssitzung, Putin verstehe besser als irgendjemand Anderer, dass es keinen anderen US-Präsidenten gebe, der "jemals so hart gegenüber Russland" gewesen sei wie er. "Er versteht es, und er ist nicht glücklich darüber."

Kurz auf diesen weiteren Trump-Auftritt folgte allerdings eine erneute Klarstellung. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, die von Russland ausgehende "Bedrohung" bestehe weiter. Die Regierung ergreife Maßnahmen, um neue derartige Cyberinterventionen zu verhindern. 

Trump war während der Kabinettssitzung aus dem Reporterkreis gefragt worden, ob die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe weitergingen, er sagte daraufhin "Nein". Laut Sanders soll sich die Replik aber lediglich darauf bezogen haben, ob die Reporter weitere Fragen stellen dürften. 

Für Wirbel sorgte der US-Präsident zudem mit Äußerungen, die sich als Ausdruck des Zweifels an der Beistandsgarantie der Nato deuten ließen. In einem Fox-News-Interview sagte er auf die Frage des Journalisten, warum dieser seinen Sohn in einen Militäreinsatz schicken lassen sollte, um ein Land wie Montenegro zu verteidigen: "Ich habe die gleiche Frage gestellt." 

Trump bezeichnete Montenegro als Land mit "sehr aggressiven" Menschen und redete davon, dass eine Intervention der Nato-Partner an der Seite des kleinen Balkanstaates zum "Dritten Weltkrieg" führen könnte. Der republikanische Senator John McCain warf Trump daraufhin vor, Putin "direkt in die Hände zu spielen", indem er die Nato-Verpflichtungen der USA in Frage stelle. 

Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, dass ein Angriff auf eines oder mehrere Nato-Mitglieder als Angriff auf die gesamte Allianz gilt und die übrigen Mitgliedstaaten Beistand zu leisten haben. 

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Die News Trump stemmt sich mit Beteuerungen gegen Kritik an Helsinki-Auftritt wurde von AFP am 18.07.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern ÜBERSICHT, USA, Russland, Geheimdienste, Präsident abgelegt.

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