Politik

US-Behörden vereinen nur manche der Migrantenkinder unter fünf Jahren mit Eltern

  • 12. Juli 2018, 16:38 Uhr
Bild vergrößern: US-Behörden vereinen nur manche der Migrantenkinder unter fünf Jahren mit Eltern
Migrantinnen und ihre Kinder in der texanischen Grenzstadt McAllen
Bild: AFP

Zwei Tage nach Ablauf einer gerichtlich festgesetzten Frist haben die US-Behörden lediglich etwas mehr als die Hälfte der von den Familientrennungen betroffenen Migrantenkinder unter fünf Jahren wieder mit ihren Eltern vereint.

Anzeige

Zwei Tage nach Ablauf einer gerichtlich festgesetzten Frist haben die US-Behörden lediglich etwas mehr als die Hälfte der von den Familientrennungen betroffenen Migrantenkinder unter fünf Jahren wieder mit ihren Eltern vereint. Nur 57 der 103 Kinder in dieser Altersgruppe wurden bis Donnerstag mit ihren Eltern zusammengebracht, wie aus einer gemeinsamen Erklärung von Gesundheitsminister Alex Azar, Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und Justizminister Jeff Sessions hervorging.

Die Minister bezeichneten den "Wiedervereinigungsprozess" für die Migrantenkinder unter fünf Jahren dennoch als "abgeschlossen". Bei den 46 Kindern dieses Alters, die von den Eltern getrennt bleiben, kommt nach ihren Angaben eine Familienzusammenführung größtenteils nicht in Frage. Als Grund nannten sie etwa "Sicherheitsbesorgnisse". In elf Fällen hätten die Eltern schwerwiegende kriminelle Vorgeschichten, die von Gewalt gegen Kinder über Entführung und Mord bis zum Menschenhandel reiche.

In sieben weiteren Fällen stellte sich demnach bei den DNA-Tests heraus, dass es sich bei den Erwachsenen gar nicht um die Eltern handelt. In zwölf anderen Fällen seien die Erwachsenen bereits aus den USA abgeschoben worden, sie würden nun "kontaktiert." 

Die Minister führten noch mehrere weitere Fälle an, in denen eine Zusammenführung aus unterschiedlichen Gründen zumindest vorläufig nicht machbar sei. In einem Fall leidet das Elternteil ihren Angaben zufolge an einer ansteckenden Krankheit. Elf weitere der Erwachsenen seien in Gefängnissen untergebracht. 

Azar, Nielsen und Sessions betonten, ihre Mitarbeiter hätten "unermüdlich" daran gearbeitet, für die "Sicherheit" dieser Kinder zu sorgen. Deren "Wohlergehen" habe im Vordergrund gestanden. Sie bekräftigten zugleich die harte Linie von Präsident Donald Trump in der Einwanderungspolitik: Der Zustand der "Gesetzlosigkeit" an der Grenze müsse beendet werden. 

Die US-Behörden behandeln illegal ins Land kommende Menschen seit Monaten systematisch als Gesetzesbrecher und nehmen sie in Haft. Da Migrantenkinder laut einer Regelung von 1997 nicht für längere Zeit inhaftiert werden dürfen, wurden die Familien zunächst auseinandergerissen und die Minderjährigen in Heimen untergebracht. Mehr als 2300 Minderjährige wurden auf diese Weise von ihren Eltern getrennt.

Nach einer Welle der Empörung in der US-Öffentlichkeit stoppte Trump jedoch im Juni diese rigorose Praxis. Ein Bundesrichter in Kalifornien setzte den Behörden dann eine Frist bis vergangenen Dienstag, Kinder unter fünf Jahren wieder mit ihren Eltern zu vereinen. Bis zum 26. Juli müssen auch die Einwandererkinder über fünf Jahren ihren Eltern zurückgegeben werden.

Private Helfer hatten in den vergangenen Wochen ein Verwaltungschaos angeprangert, das die Familienzusammenführungen erschwere. Die US-Regierung will einen Großteil der Kinder mit ihren Eltern zusammen in Haft nehmen. Laut der Regelung von 1997 darf eine Inhaftierung von Migrantenkindern aber nur maximal 20 Tage dauern. Außerdem müssen die Bedingungen in den Haftanstalten den Bedürfnissen von Minderjährigen entsprechen.

ANZEIGE

Die News US-Behörden vereinen nur manche der Migrantenkinder unter fünf Jahren mit Eltern wurde von AFP am 12.07.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern USA, Einwanderung, Menschenrechte, Kinder abgelegt.

Weitere Meldungen

Orban kritisiert bei Treffen mit Putin EU-Sanktionen gegen Russland

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat bei einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Moskau die EU-Sanktionen gegen Russland kritisiert. "Wegen dieser Maßnahmen

Mehr
Trump bezeichnet EU, Russland und China kurz vor Gipfel mit Putin als "Gegner"

Kurz vor dem Gipfeltreffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump die EU, Russland und China gleichermaßen als "Gegner" bezeichnet. Russland

Mehr
Türkei erinnert an gescheiterten Putschversuch vor zwei Jahren

Die Türkei hat am Sonntag an den gescheiterten Putschversuch vor zwei Jahren erinnert. "Wir werden dafür sorgen, dass er nicht vergessen wird", sagte Präsident Recep Tayyip

Mehr

Top Meldungen

Giffey will weniger Gewinn für Pflegeheime

Berlin - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Betreiber von Altenpflegeheimen dazu aufgefordert, zugunsten einer besseren Betreuung auf Gewinn zu verzichten.

Mehr
Weidmann warnt Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken

Frankfurt/Main - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken gewarnt. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) unter

Mehr
Post streitet mit Gewerkschaft über Stellenabbau

Bonn - Über den geplanten Stellenabbau bei der Deutschen Post ist ein Streit mit der Gewerkschaft ausgebrochen. Nach der Gewinnwarnung von Anfang Juni hatte der Konzern

Mehr