Politik

US-Demokraten kritisieren Trumps Attacken gegen Deutschland

  • 12. Juli 2018, 11:31 Uhr
Bild vergrößern: US-Demokraten kritisieren Trumps Attacken gegen Deutschland
Die Washingtoner Oppositionschefs Nancy Pelosi und Chuck Schumer kritisieren die Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland
Bild: AFP

Die Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland haben scharfe Kritik der Opposition in Washington hervorgerufen. Trumps 'Verunglimpfung eines der standhaftesten Verbündeten' seien eine 'Peinlichkeit', erklärten die Demokraten.

Anzeige

Die Opposition in den USA hat die wütenden Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland beim Nato-Gipfel als peinlich und politisch falsch kritisiert. Die demokratischen Fraktionschefs im Senat und im Repräsentantenhaus, Chuck Schumer und Nancy Pelosi, distanzierten sich in einer gemeinsamen Erklärung: Trumps "unverschämte Beleidigungen sowie die Verunglimpfung eines der standhaftesten Verbündeten von Amerika" seien eine "Peinlichkeit", erklärten sie am Mittwoch. 

Das Verhalten des Präsidenten sei ein weiteres "tief verstörendes Signal" dafür, dass er gegenüber dem russischen Staatschef Wladimir Putin loyaler sei als gegenüber den Nato-Partnern, merkten die beiden Oppositionschefs zudem an. 

An Trumps Gipfel mit Putin am Montag in Helsinki formulierten Pelosi und Schumer konkrete Erwartungen: Trump müsse sich von Putin "felsenfeste Zusicherungen" einholen und "konkrete Maßnahmen" zusagen lassen, dass die "russischen Attacken auf unsere Demokratie" enden. Andernfalls wäre der Helsinki-Gipfel ein "Fehlschlag".

Mit ihrer Warnung bezogen sich die Oppositionschefs auf die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Ein US-Sonderermittler untersucht seit mehr als einem Jahr, ob es Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau über diese mutmaßlichen Interventionen gab.

Trumps rüder Umgang mit den Nato-Partnern rief auch in seiner eigenen Partei Kritik hervor. Der republikanische Senator Jeff Flake sah sich nach Trumps Tiraden zu einer Freundschaftsbeteuerung an die Nato-Partner veranlasst: "Ich hoffe, sie wissen, wie sehr wir ihr Engagement und ihre Freundschaft schätzen", schrieb Flake auf Twitter. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien die Nato-Partner "uns zur Hilfe geeilt, und sie sind seitdem standhaft geblieben".

Der republikanische Sebator Bob Corker erklärte: "Eine Schwächung des Bündnisses ist nicht im Interesse der USA." Dies gelte umso mehr, als das "Aggressions-Niveau Russlands so hoch ist wie nie zuvor seit dem Kalten Krieg".

Flake und Corker zählen zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern des Präsidenten. Bei den Senatswahlen im Herbst treten sie nicht mehr an.

Am Dienstagabend hatte der US-Senat vor Trumps Abreise nach Brüssel in einer Resolution die uneingeschränkte Unterstützung für die Nato erklärt. Die nicht bindende Resolution wurde mit 97 Stimmen angenommen, zwei Senatoren stimmten dagegen.

Trump hatte Deutschland beim Nato-Gipfel am Mittwoch vorgeworfen, wegen der Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen ein "Gefangener Russlands" zu sein. Zugleich kritisierte er die deutschen Verteidigungsausgaben als zu niedrig und mahnte eine "sofortige" Erhöhung an.

Am Donnerstag legte Trump mit Kritik nach. Frühere US-Präsidenten hätten "jahrelang vergeblich versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Länder dazu zu bewegen, mehr für ihren Schutz vor Russland auszugeben", schrieb der Präsident auf Twitter. Sie bezahlten "nur einen Bruchteil der Kosten". Dies sei "nicht akzeptabel".

ANZEIGE

Die News US-Demokraten kritisieren Trumps Attacken gegen Deutschland wurde von AFP am 12.07.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern D, USA, Nato, Verteidigung, Gipfel, Russland, Gas, Öl, Parteien, Parlament abgelegt.

Weitere Meldungen

Spahn will ländliche Versorgung mit Arztbussen und Digital-Sprechstunden sichern

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen künftig in ländlichen Regionen die medizinische Versorgung mit Arztbussen oder digitalen Sprechstunden gewährleisten, wenn es nicht

Mehr
DFB weist Rassismusvorwürfe von Özil zurück

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Rassismusvorwürfe des zurückgetretenen Nationalspielers Mesut Özil "in aller Deutlichkeit" zurückgewiesen. "Der DFB

Mehr
Mexikos künftiger Staatschef will bessere Beziehungen zu den USA

Mexikos designierter Staatschef Andrés Manuel López Obrador hat US-Präsident Donald Trump Vorschläge zur Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen unterbreitet. Wie der Sieger

Mehr

Top Meldungen

Neue Foto-App öffnet die Augen


Apps gibt es inzwischen für alle Lebenslagen. Jetzt kommt eine neue dazu, die in der Welt der Fotos für jede Menge Aufsehen sorgen soll. "Gimbse Foto" heißt diese App, die

Mehr
Mehrheit für Weiterbau von Nord Stream 2

Berlin - 66 Prozent der Deutschen wollen den Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2, "weil dadurch die Versorgung Deutschlands mit Erdgas sicherer und zuverlässiger wird".

Mehr
Bier, Apfelsaft und Limonaden deutlich teurer

Wiesbaden - Bier, Apfelsaft und Limonaden sind deutlich teurer geworden. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montagmorgen mit. Limonaden kosteten 5,7 Prozent

Mehr