Politik

Schulterschluss von Altmaier und Le Maire im Handelskonflikt mit den USA

  • 11. Juli 2018, 22:31 Uhr
Bild vergrößern: Schulterschluss von Altmaier und Le Maire im Handelskonflikt mit den USA
Zu Gesprächen in Paris: Peter Altmaier
Bild: AFP

Deutschland und Frankreich haben im Handelskonflikt mit den USA eine geschlossene Reaktion angekündigt. 'Unser Ziel ist, einen Handelskrieg zu verhindern', sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Paris.

Anzeige

Deutschland und Frankreich haben im Handelskonflikt mit den USA eine geschlossene Reaktion angekündigt. "Unser Ziel ist, einen Handelskrieg zu verhindern", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch nach einem Treffen mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire in Paris. Le Maire betonte, ein "Handelskrieg" sei bereits im Gang. Dies zeige auch der Konflikt zwischen den USA und China.

Altmaier sagte weiter, Berlin wie Paris seien "beunruhigt über den Teufelskreis aus Aktion und Reaktion". Er spielte damit auf die Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium und die angekündigten Gegenmaßnahmen der EU an.  

Le Maire kritisierte das US-Vorgehen scharf: "Wir arbeiten nicht mit der Pistole an der Schläfe", betonte er. "Niemand wird Frankreich und Deutschland auseinanderbringen", fügte er hinzu. Beide Länder würden sich eng miteinander und mit den anderen EU-Partnern abstimmen. Dies gelte auch in der Frage der angedrohten Strafzölle auf Autos, die insbesondere die deutsche Industrie fürchtet. 

Altmaier betonte, es kämen nicht nur Zölle als Gegenmaßnahmen in Frage, sondern auch andere Instrumente. Es sei aber ein "Gebot der Klugheit", dies nicht öffentlich zu diskutieren.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hatte zuvor Strafzölle auf weitere chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (170 Milliarden Euro) angekündigt. Sie könnten im September in Kraft treten, erklärte er. China verurteilte das "irrationale Vorgehen" Washingtons. Peking habe keine andere Wahl, als Gegenmaßnahmen zu ergreifen, erklärte das Handelsministerium.

Deutschland und Frankreich wollen zudem beim Thema Innovationen vorankommen. Beide Länder wollten eine Art "Airbus für künstliche Intelligenz" aufbauen, sagte Le Maire unter Anspielung auf die deutsch-französische Zusammenarbeit bei dem Flugzeugbauer. Bis Ende des Jahres solle dazu ein Zeitplan erarbeitet werden.

Am Donnerstag setzt Altmaier seine Gespräche in Paris fort. Der CDU-Politiker trifft dann die französische Forschungsministerin Frédérique Vidal sowie Umweltminister Nicolas Hulot.

ANZEIGE

Die News Schulterschluss von Altmaier und Le Maire im Handelskonflikt mit den USA wurde von AFP am 11.07.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern EU, D, Frankreich, Wirtschaft, Umwelt, Forschung abgelegt.

Weitere Meldungen

USA drehen weiter an Sanktionsschraube gegen Russland

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat ihre Sanktionen gegen Russland erneut verschärft. Insgesamt 33 Einzelpersonen und Einrichtungen aus dem Bereich der russischen

Mehr
Trump kritisiert Fehlen von Geldern für Mauerbau

US-Präsident Donald Trump hat einen im Kongress erzielten Haushaltskompromiss als "lächerlich" kritisiert, weil er keine Mittel für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko vorsieht.

Mehr
Bericht: Verfassungsschutz prüft Beobachtung von Moscheeverband Ditib

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) prüft eine Beobachtung der Zentrale der Türkisch-Islamischen Union Ditib. Das geht nach Berichten von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR

Mehr

Top Meldungen

Tarifeinigung in der Chemie: Mehr Geld für 600.000 Beschäftigte

Mehr Lohn und ein "Quantensprung" beim Urlaubsgeld für die knapp 600.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie: Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC

Mehr
Arbeitsagentur-Prognose: Arbeitslosigkeit sinkt auch nächstes Jahr weiter

Die Arbeitslosigkeit wird nächstes Jahr schwächer sinken als bisher. Voraussichtlich werde es im Jahresschnitt 2,23 Millionen Personen ohne Job geben, wie aus einer am Donnerstag

Mehr
Altmaier: Werden Hälfte des Kohlestroms in den nächsten zwölf Jahren vom Netz nehmen

In Deutschland soll bis 2030 nur noch die Hälfte des derzeitigen Kohlestroms durch die Netze fließen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Donnerstag im Sender

Mehr