Wirtschaft

EU startet Schutzmaßnahmen gegen Stahl- und Aluminiumimporte

  • 11. Juli 2018, 19:06 Uhr
Bild vergrößern: EU startet Schutzmaßnahmen gegen Stahl- und Aluminiumimporte
Stahlproduktion
dts

.

Anzeige

Berlin - Ab dem 19. Juli setzt die Europäische Union Schutzmaßnahmen gegen steigende Stahl- und Aluminium-Importe in Kraft, die infolge der US-Zölle auf den europäischen Markt strömen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) berichtet.

Demnach habe die zuständige EU-Kommission festgestellt, dass die WTO- und EU-rechtlichen Voraussetzungen für den Erlass derartiger Schutzmaßnahmen gegeben sind. Am 5. Juli hatten die EU-Mitgliedsstaaten einem entsprechenden Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit zugestimmt. Bei den Schutzmaßnahmen handelt es sich um Instrumente im Rahmen eines sogenannten "Safeguard-Verfahrens", das Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation eröffnen können, wenn sie von unfairen Handelspraktiken eines anderen Mitgliedslandes betroffen sind, beispielsweise über Importquoten oder Zölle. Im Falle der nun angekündigten Maßnahmen handelt es sich um die Antwort der EU auf die Stahl- und Aluminiumzölle von 25 beziehungsweise zehn Prozent, die die US-Regierung Anfang Juni in Kraft gesetzt hatte.

Die EU plant, dadurch umgelenkte Handelsströme aus Drittländern mit einer Importquote zu begrenzen. Sie kann dafür auch Ausnahmen festlegen. Bereits am Montag wies der Wirtschaftsverband Stahl (WV Stahl) darauf hin, dass es infolge der US-Zölle zu einem deutlichen Anstieg der Importe in die EU gekommen sei. So sei ohne die Safeguard-Maßnahmen im Jahr 2018 mit einem Anstieg der Importe auf 47 Millionen Tonnen zu rechnen – die Zunahme betrüge im Vergleich zum Vorjahr 16 Prozent.


ANZEIGE

Die News EU startet Schutzmaßnahmen gegen Stahl- und Aluminiumimporte wurde von dts am 11.07.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Industrie abgelegt.

Weitere Meldungen

Ifo-Studie: Deutschland investiert wenig

München - Der deutsche Staat investiert verhältnismäßig wenig in seine Zukunft. Im internationalen Vergleich liege der deutsche Staat bei der Investitionstätigkeit "weit hinten",

Mehr
Giffey will weniger Gewinn für Pflegeheime

Berlin - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Betreiber von Altenpflegeheimen dazu aufgefordert, zugunsten einer besseren Betreuung auf Gewinn zu verzichten.

Mehr
Weidmann warnt Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken

Frankfurt/Main - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken gewarnt. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) unter

Mehr

Top Meldungen

Post streitet mit Gewerkschaft über Stellenabbau

Bonn - Über den geplanten Stellenabbau bei der Deutschen Post ist ein Streit mit der Gewerkschaft ausgebrochen. Nach der Gewinnwarnung von Anfang Juni hatte der Konzern

Mehr
Studie: Deutschland kann durch autonomes Fahren Milliarden sparen

Berlin - Mit autonomem Fahren wird die deutsche Volkswirtschaft künftig einen zweistelligen Milliardenbetrag sparen. Das steht laut "Bild am Sonntag" in einer neuen Untersuchung

Mehr
Wirtschaftsverbände warnen: Brexit wird unterschätzt

Berlin - Mehrere Wirtschaftsverbände kritisieren die mangelnde Vorbereitung deutscher Firmen auf den Brexit. "Selbst wenn sich die britische Regierung jetzt bewegt: Die

Mehr