Wirtschaft

Europäische Unternehmen in China beklagen weiterhin feindliches Klima

  • 20. Juni 2018, 12:52 Uhr
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Skyline von Shanghai
Bild: AFP

Trotz der Beteuerungen der chinesischen Führung, die Wirtschaft für ausländische Unternehmen zu öffnen, beschweren sich die europäischen Firmen nach wie vor über ein feindliches Klima in der Volksrepublik.

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In China Geschäfte zu machen ist für europäische Konzerne weiter mit massiven Schwierigkeiten verbunden - trotz der jüngsten Beteuerungen der chinesischen Führung, die Wirtschaft stärker für ausländische Unternehmen zu öffnen. Viele Firmen aus Europa beschweren sich über ein nach wie vor feindliches Klima in der Volksrepublik, wie aus einer Umfrage der Europäischen Handelskammer in China hervorgeht. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gibt demnach an, ihr China-Geschäft sei im Vergleich zum Vorjahr sogar "noch komplizierter" geworden.

"Mit der Weiterentwicklung der Wirtschaft werden die seit langem bestehenden Schwächen bei den Rahmenbedingungen in China umso greller sichtbar", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie der Handelskammer, zu deren Mitgliedern auch 365 Unternehmen aus Deutschland zählen. Als besonders problematisch erleben die Firmen demnach ein "unsicheres legales Umfeld", Komplikationen seitens der Behörden sowie höhere Arbeitskosten.

Als größten Bremsklotz betrachten sie allerdings die sogenannte große Firewall der Volksrepublik, die nicht nur für Privatleute sondern auch für Unternehmen viele Webseiten oder Internetdienste blockiert. Für den Zugang zum offenen Internet müssen Unternehmen offizielle virtuelle private Netzwerke (VPN) der chinesischen Regierung nutzen - diese VPN-Nutzung ist allerdings kostspielig und häufig mit Problemen verbunden. Fast zwei Drittel der Firmen geben an, diese Einschränkungen hätten bereits negative wirtschaftliche Folgen für sie gehabt - nur 23 Prozent sagen, die VPN der chinesischen Regierung seien effizient. 

"Das ist ein großer Widerspruch für ein Land, das sich selbst als Vorreiter der Globalisierung bezeichnet", kritisierte der Präsident der Handelskammer, Mats Harborn. "Die Zeit läuft ab für China, den Reformprozess fortzusetzen", erklärte er. Die Volksrepublik habe sich "nicht so rasch geöffnet und reformiert, wie in ihrer Rhetorik versprochen".

Die Führung in Peking hatte inmitten des Handelsstreits mit den USA zuletzt wiederholt Signale der Öffnung ausgesandt und im Frühjahr angekündigt, die Wirtschaft des Landes werde sich für ausländische Firmen stärker öffnen. Im April hieß es, China wolle seinen Automarkt noch weiter für ausländische Hersteller öffnen und dafür den Zwang zur Beteiligung einheimischer Unternehmen aufheben.

Ein zentraler Punkt in den Handelsstreitigkeiten ist auch der Vorwurf des Diebstahls geistigen Eigentums. Hier sagen rund zwei von zehn europäischen Unternehmen, sie seien in der Vergangenheit bereits zu einem Technologietransfer genötigt worden.

Allerdings gibt es im Vergleich zur Vorjahreserhebung der Handelskammer auch Fortschritte: Rund 61 Prozent der insgesamt 532 befragten europäischen Firmen geben an, sie seien bezüglich des Wachstums in China in ihrer Branche "optimistisch". Zwölf Monate zuvor waren es noch 55 Prozent gewesen. Und 51 Prozent der Unternehmen geben an, sie würden gegenüber einheimischen Konkurrenten benachteiligt - das ist zumindest etwas weniger als die 54 Prozent im Jahr zuvor.

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich allerdings ein geteiltes Bild: 46 Prozent der Befragten erwarten, dass die Hürden für ihr Geschäft in China in den kommenden fünf Jahren noch höher werden. Ein Viertel glaubt gar, dass eine "bedeutsame Öffnung" des Marktes überhaupt nicht bevorsteht.

Der wichtigste Standort für Investitionen ist die Volksrepublik der Umfrage zufolge inzwischen für 18 Prozent der Unternehmen - ein Jahr zuvor waren es noch 23 Prozent.

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