Wirtschaft

Studie: Nitratbelastung in Deutschland auch nach neuer Düngeverordnung hoch

  • 18. Juni 2018, 15:46 Uhr
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Ausbringen von Gülle auf einem Feld in Niedersachsen
Bild: AFP

Die Nitratbelastung in Deutschland bleibt laut einer Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft auch nach der neuen Düngeverordnung weiterhin hoch. Die Neuregelung führe zu keiner nennenswerten Reduzierung der Überdüngung.

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Die Nitratbelastung in Deutschland bleibt einer Studie zufolge trotz der neuen Düngeverordnung weiterhin hoch. Die im Frühjahr 2017 verabschiedete Neuregelung führe zu "keiner nennenswerten Reduzierung der Stickstoff-Überdüngung", teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mit. Das Ziel, die Nitrat-Einträge ins Grundwasser maßgeblich zu vermindern, werde verfehlt.

Laut der Studie, die Forscher der Universität Kiel im Auftrag des BDEW erstellten, ermöglichen die neuen Regelungen sogar, dass bei gleichen Ertragswerten mitunter mehr Dünger auf den Feldern ausgebracht wird als zuvor. Die Unwirksamkeit des neuen Düngerechts sei dabei auf die "weitgehende Missachtung aller agrar- und umweltwissenschaftlichen Fachempfehlungen" zurückzuführen.

Die Düngeverordnung gewähre der Landwirtschaft "derart viele Ausnahmen und Schlupflöcher, dass ein nachhaltiger Schutz der Böden und Gewässer auch weiterhin nicht möglich" sei, kritisierte der BDEW. Durch ihre Halbherzigkeit nehme die Politik nicht nur in Kauf, dass sich die Qualität der Grundwasserressourcen stetig verschlechtere, sondern riskiere außerdem Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

Die Nitratbelastung im Wasser hat Deutschland bereits Ärger mit der EU-Kommission eingebracht. Im November 2016 verklagte sie die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). 

Es sei davon auszugehen, dass der EuGH Deutschland am Donnerstag wegen Nicht-Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie verurteilen werde, erklärte der Verband. Nötig sei nun, dass die Bundesregierung und die Bundesländer eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik einleiten.

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann kritisierte, Deutschlands Agrarpolitik opfere "den Schutz unseres Trinkwassers den Folgen der Massentierhaltung". Völlig zu Recht drohe nun durch den EuGH eine Verurteilung. Nur wenn die Bundesregierung dafür sorge, dass der viel zu hohe Tierbestand in Deutschland sinke, lasse sich  die "massive Überdüngung" wirksam reduzieren. 

Das neue Düngerecht soll nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums dem Gewässerschutz zugute kommen, zugleich aber auch "die Machbarkeit im landwirtschaftlichen Alltag" berücksichtigen. Anfang 2018 trat zudem die sogenannte Stoffstrombilanzverordnung in Kraft, die den Einsatz von Dünger transparenter machen soll.

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