Wirtschaft

EU-Staaten bieten Trump im Streit um Stahl- und Aluminiumzölle die Stirn

  • 14. Juni 2018, 18:17 Uhr
Bild vergrößern: EU-Staaten bieten Trump im Streit um Stahl- und Aluminiumzölle die Stirn
US-Produkte, auf die Gegenzölle fällig werden
Bild: AFP

Die EU-Staaten bieten US-Präsident Donald Trump im Konflikt um Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte die Stirn: Sie beschlossen am Donnerstag 'einstimmig' Gegenzölle auf US-Produkte im Wert von 2,8 Milliarden Euro.

Anzeige

Die EU-Staaten bieten US-Präsident Donald Trump im Konflikt um Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte die Stirn: Sie beschlossen am Donnerstag "einstimmig" Gegenzölle auf US-Produkte im Wert von 2,8 Milliarden Euro, wie es aus der EU-Kommission und von Diplomaten hieß. Die Zölle sollen neben Stahlprodukten auch Waren wie Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans treffen und bis Anfang Juli in Kraft treten.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium aus Europa. Auch gegen Hersteller aus zahlreichen anderen Länder sind solche Aufschläge in Kraft gesetzt worden, die Washington mit einer Gefährdung der nationalen Sicherheit begründet.

Die EU hatte ihre Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Nach den WTO-Regeln können sie frühestens am 20. Juni in Kraft treten.

Aus der EU-Kommission verlautete am Donnerstag, die Behörde werde "in den nächsten Tagen" eine Durchführungsverordnung erlassen, damit die Gegenzölle in Kraft treten könnten. Von Diplomaten hieß es, womöglich könnten die EU-Zölle auch zeitgleich mit entsprechenden Gegenzöllen Kanadas zum 1. Juli in Kraft treten. 

Der Vorsitzende der SPD im Europaparlament, Jens Geier, begrüßte den Schritt. Die Gegenzölle träfen nun "US-Bundesstaaten, deren Senatoren Hardcore-Trump-Unterstützer sind!", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter offenbar mit Blick auf die Gegenzölle bei Whiskey oder Harleys.

Mit Spannung wird in Brüssel nun erwartet, wie Trump reagiert, der den Europäern vorwirft, mit einem hohen Handelsüberschuss der US-Wirtschaft zu schaden. Er hat für den Fall europäischer Gegenzölle bereits mit Strafzöllen auch auf europäische Autos und Autoteile gedroht. Der US-Präsident lässt diese seit dem vergangenen Monat offiziell prüfen. 

Autozölle würden vor allem deutsche Hersteller treffen. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert. Aber auch Großbritannien und Italien liefern pro Jahr Pkw im Milliardenwert in die USA.

Der Stahlstreit hatte am Wochenende schon beim G7-Gipfel zum Eklat geführt. Trump entzog der Abschlusserklärung des Treffens der großen Industrienationen nachträglich seine Unterstützung. Grund war Ärger darüber, dass Kanadas Premierminister Justin Trudeau nach dem Treffen bekräftigte, als Reaktion auf die US-Strafzölle Gegenzölle zu verhängen.

Kanada hat Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 16,6 Milliarden kanadischer Dollar (10,8 Milliarden Euro) angekündigt. Mexiko und China setzten bereits Gegenzölle auf Produkte im Gesamtwert von jeweils drei Milliarden US-Dollar in Kraft (2,6 Milliarden Euro) in Kraft. Andere Länder wie Brasilien, Australien, Argentinien und Südkorea einigten sich dagegen mit Washington und akzeptierten Ausfuhrquoten und -beschränkungen bei Stahl und Aluminium.

ANZEIGE

Die News EU-Staaten bieten Trump im Streit um Stahl- und Aluminiumzölle die Stirn wurde von AFP am 14.06.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern ÜBERSICHT, D, EU, USA, Stahl abgelegt.

Weitere Meldungen

Venezuela bringt neue Geldscheine im Kampf gegen Inflation in Umlauf

Im Kampf gegen die Inflation sind in Venezuela am Montag neue Geldscheine in Umlauf gebracht worden. Die Landeswährung Bolívar verfügt nun über fünf Nullen weniger. Die Maßnahme

Mehr
Tesla-Aktie gibt weiter nach

Wachsende Zweifel an den Plänen von Tesla-Chef Elon Musk haben den Kurs der Aktie am Montag weiter fallen lassen. Wenige Minuten nach Handelsbeginn an der Wall Street in New York

Mehr
Lehman-Banker planen zum Jahrestag der Pleite Treffen in London

Zehn Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, die am 15. September 2008 die weltweiten Finanzmärkte erschütterte, wollen sich offenbar zahlreiche

Mehr

Top Meldungen

DHL fürchtet Transportengpässe im Weihnachtsgeschäft

Bonn - Die Deutsche Post DHL befürchtet, dass es bei der Versorgung des Einzelhandels für das Weihnachtsgeschäft an Lastwagen fehlen könnte. "Wir müssen aufpassen, dass es im

Mehr
Bus Simulator 18: Am PC durch Seaside Valley


Am Steuer eines detailgetreu nachgebildeten Mercedes-Benz Citaro Stadtlinienbusses oder eines Fahrzeugs der Setra MultiClass durch Seaside Valley fahren - ein neues

Mehr
Griechenland-Rettung: Ex-EZB-Chefvolkswirt zieht gemischte Bilanz

Frankfurt/Main - Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, hat nach dem Ende des Hilfsprogramms für Griechenland eine gemischte Bilanz gezogen. Er

Mehr