Brennpunkte

Zwei Tote bei Messerattacke in Moschee in Südafrika

  • 14. Juni 2018, 14:13 Uhr
Bild vergrößern: Zwei Tote bei Messerattacke in Moschee in Südafrika
Polizeifahrzeug vor der Moschee in Malmesbury
Bild: AFP

Bei einer Messerattacke in einer Moschee in Südafrika sind am Donnerstag zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Angreifer wurde erschossen, als er auf Polizisten losging, wie die Polizei mitteilte.

Anzeige

Bei einer Messerattacke in einer Moschee in Südafrika sind am Donnerstag zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Angreifer wurde erschossen, als er auf Polizisten losging, wie die Polizei mitteilte. Die Attacke wurde demnach in Malmesbury rund 60 Kilometer nordöstlich von Kapstadt verübt. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. Es handelte sich um die zweite Gewalttat in einer Moschee in Südafrika binnen eines Monats.

Die Polizei wurde den Angaben zufolge von Gläubigen alarmiert, die zum Morgengebet in die Moschee gekommen waren. Die beiden Todesopfer erlagen ihren Verletzungen, wie die Polizeisprecherin der Provinz Western Cape, Noloyiso Rwexana, mitteilte. Die zwei Verletzten wurden im Krankenhaus behandelt.

Bei dem Angreifer handelte es sich örtlichen Medienberichten zufolge um einen Somalier. Sein Motiv war zunächst unklar. Der etwa 30 Jahre alte Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe die Polizisten angegriffen, die ihn überreden wollten, sich zu stellen, sagte die Polizeisprecherin. "Er wurde erschossen." 

Der Muslim Judicial Council (MJC), der die muslimische Gemeinde in Südafrika vertritt, erklärte, er sei "zutiefst schockiert" über den Vorfall zum Ende der Fastenzeit Ramadan. Ebrahim Rasool, ein ranghoher Vertreter des regierenden Afrikanischen National Kongresses (ANC), übermittelte vor Ort das Mitgefühl von Präsident Cyril Ramaphosa. Dieser sei "besorgt über die Plage der Intoleranz, des Mordens und des Konflikts, der die muslimische Gemeinschaft zu infiltrieren beginnt". 

Erst Anfang Mai waren bei einer Messerattacke in einer Moschee in der Stadt Verulam in der Nähe der Hafenstadt Durban ein Imam getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden. Die drei Angreifer sind weiterhin flüchtig, die Ermittlungen dauern an. Die Polizei schließt einen extremistischen Hintergrund nicht aus. 

Nick Piper vom Beratungsbüro Signal Risk erklärte, es gebe "nicht genug Hinweise, um davon auszugehen, dass die beiden Attacken miteinander verbunden sind und terroristischer Art sind". Für derartige Rückschlüsse sei es noch zu früh. Während es sich in Verulam um eine schiitische Moschee handelte, gehört die Moschee in Malmesbury einer sunnitischen Gemeinde.

Südafrika hat eine Geschichte relativer religiöser Toleranz. Nur etwa 1,5 Prozent der 53 Millionen Südafrikaner sind Muslime. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern blieb es in den vergangenen Jahren von radikalislamischen Anschlägen verschont.

Ende der 90er Jahre hatte es in Kapstadt zahlreiche Rohrbombenanschläge gegeben, unter anderem auf ein Restaurant der US-Kette "Planet Hollywood" im Touristenviertel Waterfront. Die Polizei vermutete damals radikale muslimische Gruppen dahinter.

ANZEIGE

Die News Zwei Tote bei Messerattacke in Moschee in Südafrika wurde von AFP am 14.06.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Südafrika, Gewalt, Islam, ÜBERSICHT abgelegt.

Weitere Meldungen

Bundesländer dringen auf schnelle Klärung des Asylstreits

In den Bundesländern mehren sich die Stimmen, die auf eine rasche Einigung im Asylstreit zwischen CDU und CSU drängen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet

Mehr
Baerbock: Merkel muss sich über CSU hinwegsetzen

Berlin - Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), sich über die ablehnende Haltung der CSU in der Asylpolitik hinwegzusetzen. "Kanzlerin Merkel

Mehr
Macron trifft Spaniens Regierungschef Sánchez zur EU-Gipfelvorbereitung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt am Samstag in Paris den neuen spanischen Regierungschef Pedro Sánchez. Das Treffen dient der Vorbereitung des Sondergipfels zur

Mehr

Top Meldungen

Baukindergeld soll es nur bis 120 Quadratmeter Wohnfläche geben

Berlin - Die schwarz-rote Bundesregierung könnte vielen Immobilienkäufern einen Strich durch die Rechnung machen, wenn sie sich in ihrer Kalkulation auf das sogenannte

Mehr
Bisheriger Audi-Chef Stadler bleibt in Untersuchungshaft

Augsburg - Rupert Stadler, beurlaubter Vorstandsvorsitzender von Audi, bleibt weiterhin in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen. "Derzeit ist noch

Mehr
Harley Davidson erhöht trotz Strafzöllen nicht die Preise

Milwaukee - Der US-Motorradhersteller Harley Davidson will die neuen Vergeltungszölle der Europäischen Union nicht in Form von höheren Preisen an seine Kunden weitergeben. "Wir

Mehr