Lifestyle

Niedersachsens Innenminister kritisiert DPolG-Chef Wendt

  • 14. Juni 2018, 07:31 Uhr
Bild vergrößern: Niedersachsens Innenminister kritisiert DPolG-Chef Wendt
Rainer Wendt
dts

.

Anzeige

Hannover - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, für seinen Facebook-Beitrag zum Mordfall Susanna gerügt. "Die Aussagen von Herrn Wendt sind für einen Gewerkschaftsvorsitzenden und nicht zuletzt für einen Polizeibeamten, der dem Rechtsstaat per Amtseid verpflichtet ist, völlig verfehlt", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

Wendt hatte mit einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite für Empörung gesorgt. In dem Text zum Mord an der 14-jährigen Mainzerin Susanna F. äußerte sich der Gewerkschaftsvorsitzende verächtlich über den Rechtsstaat sowie über Gerichtsverfahren und schrieb über die Täter, sie sollten "in der Hölle schmoren". Die Kritik nannte Wendt in der Zeitung "weit überzogen". Er sagte: "Ich möchte, dass der Täter eine harte Strafe bekommt und diese auch so empfindet. Dafür habe ich die Metapher `in der Hölle schmoren` genutzt, die jeder kennt."

Zudem habe er auf seinen Facebook-Beitrag, der nach wie vor auf der Seite stehe, "große positive Resonanz bekommen". Pistorius verwies darauf, dass Wendt an der Spitze der DPolG stehe, die als Gewerkschaft die Interessen von fast hunderttausend rechtschaffenen Polizisten vertrete. "In dieser Position darf er sich nach meinem Verständnis solche Aussagen nicht leisten", sagte Pistorius.

"Erst recht nicht in Zeiten einer durch die Wut des rechten und rechtspopulistischen Spektrums aufgeladenen Sprache." Pistorius forderte alle Vertreter des demokratischen Spektrums dazu auf, auch emotionale Themen wie etwa diesen Fall mit angemessenen Worten zu bewerten, so furchtbar die Vorwürfe auch seien. In dem bereits am 7. Juni geposteten Facebook-Beitrag schrieb Wendt über den Mordfall. Insbesondere der Schluss seines Beitrags, in dem er sich mit den Tätern befasst, rief Kritik hervor. Dieser lautete: "Und meine Gedanken sind auch bei den Tätern. Will ich sie wirklich vor einem unserer Gerichte stehen sehen? Mit höhnischem Grinsen für das Opfer und Verachtung für unser Land im Gesicht? Will ich wirklich erleben, wie Gutachter und Anwälte relativieren, verharmlosen und zu erklären versuchen, was nicht erklärbar ist? In der Hölle sollen sie schmoren. Das will ich."

ANZEIGE

Die News Niedersachsens Innenminister kritisiert DPolG-Chef Wendt wurde von dts am 14.06.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland abgelegt.

Weitere Meldungen

Hans sieht Parteiensystem durch Querelen in Volksparteien in Gefahr

Saarbrücken - Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sieht das deutsche Parteiensystem durch die Querelen in der Union und der SPD in Gefahr. "Wenn es Volksparteien nicht

Mehr
Dudenhöffer wirft Merkel "durchschaubare Wahlkampfmanöver" vor

Duisburg - Im Ringen um Maßnahmen zur Luftreinhaltung in besonders belasteten Städten wie Frankfurt am Main hat der Ökonom und Verkehrswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer

Mehr
Fast jeder Zweite Antrag auf Erwerbsminderung wird abgelehnt

Berlin - Fast die Hälfte der Anträge auf Erwerbsminderungsrente ist im vergangenen Jahr abgelehnt worden. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine

Mehr

Top Meldungen

Proteste gegen Verlust von Tagebau-Jobs im Rheinischen Revier

Anlässlich des Besuchs der Kohlekommission im Rheinischen Braunkohlerevier wollen Beschäftigte der Region heute für ihre Jobs demonstrieren (ab 08.00 Uhr). Die Gewerkschaften

Mehr
Hofreiter fordert "Zukunftsplan" für vom Kohleausstieg betroffene Regionen

Vor einem Besuch der Kohlekommission im Rheinischen Braunkohlerevier hat Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter einen "Zukunftsplan" für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen

Mehr
Gewerkschaft kritisiert Umgang mit RWE-Mitarbeitern

Hannover - Die Energiegewerkschaft IG BCE hat den Umgang mit den RWE-Mitarbeitern kritisiert. "Sie erleben seit Jahren eine Bereitschaft zur Gewalt, gerade im Hambacher Forst",

Mehr