Lifestyle

Juso-Chef gegen linke Sammlungsbewegung

  • 13. Juni 2018, 16:40 Uhr
Bild vergrößern: Juso-Chef gegen linke Sammlungsbewegung
Kevin Kühnert
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Bundesvorsitzende der Jugendorganisation der SPD, Kevin Kühnert, erteilt einer linken Sammlungsbewegung, wie sie von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht und dem ehemaligen Parteivorsitzendem beider Parteien, Oskar Lafontaine, erdacht wurde, eine Absage. Die Sammlungsbewegung werde die Probleme der politischen Linken nicht lösen, schreibt der Bundesvorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, im "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

Unterstützung fänden ihre Initiatoren heute vor allem bei denjenigen, die in den eigenen Parteien zuletzt politische Kämpfe verloren hätten. "Doch aus einer Addition innerparteilicher Minderheiten wird keine Bewegung, die Mehrheiten in der Gesellschaft erstreitet", so Kühnert. Der Juso-Chef favorisiert eine andere Bündnisvariante. "Unter sicherlich schwierigen Ausgangsbedingungen bleibt die wahrscheinlichste aller linken Mehrheitsoptionen noch immer Rot-Rot-Grün, getragen von einem solidarischen zivilgesellschaftlichen Bündnis", so Kühnert.

Den Initiatoren der Bewegung, Wagenknecht und Lafontaine, warf Kühnert eine verkürzte Analyse der bestehenden politischen Probleme vor. Wagenknecht und ihre Anhängerschaft verwiesen gerne darauf, dass doch in 95 Prozent der Programmatik Einigkeit bestehe und in der Arbeitsmarkt-, Steuer-, Renten- oder Wohnungspolitik alle an einem Strang zögen. In weiten Teilen stimme das sogar. "Sie bagatellisieren damit aber bewusst die Dimension des Themas, das nicht ohne Grund seit bald drei Jahren die politische Debatte in Deutschland und darüber hinaus dominiert", sagte der Juso-Chef mit Blick auf die Migrationsdebatte, die auch das Mitte-Links-Lager beherrscht habe.

"Schließlich würde niemand behaupten, Rot-Rot-Grün sei bislang vordergründig an steuerpolitischen Fragen oder dem Renteneintrittsalter gescheitert", so Kühnert. Vielmehr sei es meist um die großen Themen der Weltpolitik, um Krieg und Frieden, die Nato und Globalisierung gegangen. Wagenknecht habe daraus bislang abgeleitet, dass es für die Linke im Bundestag keine Bündnisoption gebe. Heute stelle sich mehr denn je die Frage, wie es um ihre Bündnisfähigkeit in den eigenen Reihen bestellt sei, so der Chef der SPD-Jugendorganisation.

ANZEIGE

Die News Juso-Chef gegen linke Sammlungsbewegung wurde von dts am 13.06.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Parteien abgelegt.

Weitere Meldungen

Lehrerverband beklagt Bildungsnotstand

Berlin - Der Deutsche Lehrerverband hat vor Beginn des neuen Schuljahres vor einem dramatischen Lehrermangel gewarnt und einen Bildungsnotstand in manchen Bundesländern beklagt.

Mehr
Gabriel warnt: Türkei könnte Atombombe wollen

Berlin - Mit Blick auf die Türkei-Krise warnt der frühere Außenminister Sigmar Gabriel vor gravierenden sicherheitspolitischen Risiken für Deutschland und Europa. "Wir müssen im

Mehr
Experten: Griechenland braucht weitere Finanzhilfe

Freiburg - Vor dem Auslaufen des dritten Hilfspakets an Griechenland an diesem Montag warnt das Freiburger Centrum für Europäische Politik (cep) vor zu viel Optimismus. "Der Weg

Mehr

Top Meldungen

Griechischer Ex-Finanzminister Varoufakis sieht Land nicht als gerettet an

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Giannis Varoufakis sieht sein Land zum Ende des dritten Rettungs-Programms nicht als gerettet an."Griechenland steht am selben Punkt, im

Mehr
Özdemir fordert Stopp von Nord Stream 2

Berlin - Nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin fordert Grünen-Politiker Cem Özdemir einen härteren Umgang mit

Mehr
Bundesbank-Umzug und Umbau der Zentrale könnten sich verzögern

Frankfurt/Main - Die Bundesbank hat Probleme bei ihrem Campus-Projekt, bei dem sie ihre Frankfurter Zentrale sanieren und erweitern lassen und für mindestens sieben Jahre in ein

Mehr