Technologie

Lebensmittelverschwendung durch Mindesthaltbarkeit Datum

  • 13. Juni 2018
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@ PublicDomainPictures (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Elf Millionen Tonnen werden nach einer vom Bundesernährungsministerium geförderten Studie jährlich in Deutschland weggeworfen.

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Laut Studie findet über 60% dieser Verschwendung in privaten Haushalten statt. Hier wird nämlich jedes achte Lebensmittel weggeworfen, was bedeutet, ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel geht verloren!

Eine weitere Studie der Universität Stuttgart zeigt, dass jeder von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg wirft – das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Aufs ganze Land hochgerechnet ergibt das einen gewaltigen Berg von 6,7 Millionen Tonnen. Den produzieren die Verbraucher, die es auch in der Hand haben, diesen Berg kleiner werden zu lassen. Denn dies bringt nicht nur ungewollte Lebensmittelabfälle, sondern auch einen Verlust im Geldbeutel mit sich. Aufs gesamte Jahr gesehen, wandern pro Person nicht nur 82 kg Lebensmittel, sondern auch rund 235 Euro in die Tonne.

Passend hierzu bringt das für seine Warenauszeichnung, Etiketten, Tragetaschen und Preisauszeichner bekannte Unternehmen HUTNER aktuell neue MHD Etiketten auf den Markt, welche einen zusätzlichen Aufdruck zu dem gewohnten MHD Datum enthalten: „aber oft länger genießbar“.

„Lassen Sie uns das Bewusstsein, welches unsere Großeltern noch hatten wiederfinden. Es muss im Alltag wieder normal werden, dass nicht das MHD Etikett bzw. das Datum darauf über das Wegwerfen entscheidet, sondern der gesunde Menschenverstand getreu dem Motto: „Das ist noch gut, das riecht gut, das schmeckt gut“, so Geschäftsführer Andreas Hutner.

Ist dieses Produkt noch gut? Der erste Blick ist immer der auf das MHD Datum. In diesem Zug erinnern die Preisetiketten des Unternehmens HUTNER automatisch daran „Ich entscheide selbst, ob das hier nicht mehr genießbar ist“ und „Ich probiere das jetzt einfach mal“. Denn durch den Aufdruck „aber oft länger genießbar“ entsteht beim Verbraucher automatisch eine Bewusstseinsschärfung.

„Wir werfen in etwa genau so viel weg, wie wir essen“, hat der Filmemacher Valentin Thurn recherchiert. Sein Dokumentarfilm „Taste the waste“ sorgte für eine gewaltige Auseinandersetzung und Diskussionen zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Aber wie ist es so weit gekommen? Wir leben in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft, in der ein Grundsatz fest verankert ist, mindestens haltbar bis: - ist ein unanfechtbares Datum, das heißt, es ist ab diesem Zeitpunkt ungenießbar und muss sofort entsorgt werden.

Nach Einschätzung des WWF ist es keine Schwierigkeit Lebensmittelverluste zu vermeiden. Selbst ohne den Einsatz neuer Technologien könnten bereits heute zehn Millionen Tonnen Verluste durch ein verbessertes Management, eine nachhaltigere Marketingstrategie und durch veränderte Konsumgewohnheiten vermieden werden. Industrie, Handel und Landwirtschaft müssen daher aktiver werden, denn Lebensmittelverschwendung geht alle an!

Fakt ist, Lebensmittel sind für uns immer und überall verfügbar. Aber wer weiß heutzutage noch genau wo seine gekauften Lebensmittel eigentlich herkommen? Studien bestätigen nicht nur dies, sondern auch, dass keiner mehr weiß wie viel Arbeit und Ressourcen in ihnen steckt. So verlieren wir letztendlich den Bezug zu unseren Lebensmitteln. Das dies nicht nur ethische, sondern auch ökologische Probleme nach sich zieht, ist auf den ersten Blick leider nicht klar zu erkennen. Die wichtigen Rohstoffe, wie zum Beispiel Wasser und Energie, werden nicht nur bei der Produktion, sondern auch bei der Vernichtung der Lebensmittel benötigt. Es fließen beispielsweise 700 Liter Wasser, bis ein Kilo Äpfel geerntet ist. 1.000 Liter Wasser, bis ein Kilogramm Brot entstanden ist. 5.000 Liter für ein Kilogramm Käse und für die gleiche Menge Rindfleisch sogar über 15.000 Liter.

Mittlerweile bestimmen schnelle Mahlzeiten oder der Einkauf zwischendurch unseren Alltag. Deshalb tappen wir auch oft genug in sogenannte „Wegwerffallen“. Spontane Einkäufe laden dazu ein, alles was einem ansprechend erscheint aus dem Regal, in den Einkaufswagen zu laden, ohne zu wissen was bereits zu Hause vorrätig ist und tatsächlich gebraucht wird. Auf der anderen Seite gibt es dann noch die, die keine Spontaneinkäufe machen, die nicht so oft, aber dafür richtig groß einkaufen gehen. Auch hier stehen wir vor einem Problem. Es werden Unmengen Lebensmittel in den Einkaufswagen eingeladen, weil es ja auch für längere Zeit reichen soll. Leicht verderbliche Waren wie zum Beispiel Fleisch und Milchprodukte landen hier leider zu oft in der Tonne und das nur, weil „man heute keinen Appetit darauf hat“ und es einfach irgendwann später isst oder trinkt. Zu oft sind diese Lebensmittel dann aber wirklich nicht mehr genießbar und werden entsorgt. Eine koordinierte Planung und ein klassischer „Einkaufszettel“ sorgen dafür, dass nur die Lebensmittel gekauft werden, die wir wirklich benötigen. In der heutigen Zeit kann jeder, der nicht gerne mit „Stift und Zettel“ durch den Supermarkt rennen will, problemlos eine App auf sein Handy laden und so einen virtuellen Einkaufszettel erstellen.

Früher sind die Verbraucher viel bewusster mit ihren Lebensmitteln umgegangen und haben sich auf Ihre Sinne verlassen: „Das riecht gut und schmeckt gut, das kann ich problemlos essen“. Das Ziel ist es jedem zu signalisieren, dass es für Lebensmittel, die gesundheitlich unbedenklich und geschmacklich gut sind, keinen gerechtfertigten Grund gibt, diese einfach so zu entsorgen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Datum, bis zu dem dieses Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungs- und Lagerbedingungen, seine spezifischen Eigenschaften behält. Das heißt aber trotzdem das Mindesthaltbarkeit Datum ist kein Wegwerfdatum!

Das neue Warenauszeichnungssystem von HUTNER mit den neuen MHD Etiketten und dem neuen Blitz S8 MHD Auszeichner / Datumsauszeichner mit extra hierfür mittigem Datumsdruck, ist eine kleine Anschaffung, mit enormen nachhaltigen Nutzen. Da in Deutschland bisher noch niemand bekannt ist, der ein vergleichbares Etikett anbietet, ist dies ein wichtiger Schritt, welches das Ziel der Bundesministerin Julia Klöckner unterstützt und der Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt.

Mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, welches extra hierfür die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ ins Leben gerufen hat, haben wir alle einen Partner an der Seite, damit dieser Kampf bzw. die Erreichung der jeweiligen Ziele für alle erfolgreich werden wird. Seien auch Sie Teil dieses großen Zieles und lassen Sie uns gemeinsam, Schritt für Schritt der Lebensmittelverschwendung entgegentreten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass jeder der kann, zu dieser Thematik beiträgt!

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Die News Lebensmittelverschwendung durch Mindesthaltbarkeit Datum wurde von Redaktion am 13.06.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern abgelegt.

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