Wirtschaft

Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf

  • 13. Juni 2018, 12:09 Uhr
Bild vergrößern: Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf
Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf
Bild: AFP

In Deutschland arbeiten einer Studie zufolge insgesamt 4,5 Prozent der Beschäftigten auf Abruf. Bei Minijobbern beträgt der Anteil sogar zwölf Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg mitteilte.

Anzeige

In Deutschland arbeiten einer Studie zufolge insgesamt 4,5 Prozent der Beschäftigten auf Abruf. Bei Minijobbern beträgt der Anteil sogar zwölf Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg am Mittwoch mitteilte. Dabei seien Beschäftigte, die auf Abruf arbeiten, weniger zufrieden als andere Arbeitnehmer, erklärten die Forscher.

Für die Studie wertete das IAB gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus, einer repräsentativen Längsschnittbefragung von rund 25.000 Menschen.

Arbeit auf Abruf kommt demnach auch bei Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen mit neun Prozent der Beschäftigten überdurchschnittlich häufig vor. "Hier dürften vor allem Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe betroffen sein, in denen plötzliche Schwankungen der Geschäftstätigkeit nicht untypisch sind", schreiben die Autoren.

Arbeit auf Abruf unterscheidet sich von Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst dadurch, dass lediglich die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit vereinbart ist, die Arbeitszeit selbst jedoch vom Arbeitgeber variabel festgelegt werden kann.

Rufbereitschaft wird dagegen zusätzlich zur regulären Arbeit geleistet. Dabei muss der Arbeitnehmer im Bedarfsfall zu seinem Arbeitsplatz kommen - ein typischer Fall dafür sind Notdienste bei Versorgungsunternehmen.

Bereitschaftsdienst wird ebenfalls zusätzlich zur regulären Arbeitszeit geleistet, allerdings muss die Arbeitsaufnahme bei Bedarf häufig unverzüglich stattfinden. Daher wird bei Bereitschaftsdiensten in der Regel ein Aufenthalt im Betrieb vereinbart. Der Arbeitnehmer kann im Bereitschaftsdienst jedoch lesen oder schlafen, solange seine Arbeitskraft nicht in Anspruch genommen wird. Bereitschaftsdienst ist ebenso wie Rufbereitschaft beispielsweise in Krankenhäusern üblich.

Insgesamt arbeiten sechs Prozent der Beschäftigten in Tätigkeiten mit Rufbereitschaft und 5,5 Prozent mit Bereitschaftsdienst. Überdurchschnittlich häufig sind Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst in Gesundheitsberufen verbreitet. Hier beträgt der Anteil 14 beziehungsweise 13 Prozent.

Beschäftigte, die Arbeit auf Abruf ausüben, seien "mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden als andere", erklärte das IAB. Für Beschäftigte mit Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst ergebe sich hingegen kein solcher Zusammenhang.

ANZEIGE

Die News Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf wurde von AFP am 13.06.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Arbeit, Soziales abgelegt.

Weitere Meldungen

Özdemir fordert Stopp von Nord Stream 2

Berlin - Nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin fordert Grünen-Politiker Cem Özdemir einen härteren Umgang mit

Mehr
Wochenarbeitszeit 2017 im Schnitt bei 34,9 Stunden

Berlin - Beschäftigte in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich weniger lang gearbeitet als ihre Kollegen in den meisten anderen EU-Ländern. Ihre Produktivität lag jedoch

Mehr
Bundesregierung gegen TÜV-Pflicht für Windräder

Berlin - Die Bundesregierung hat Forderungen nach einer umfassenden technischen Prüfpflicht für Windkraftanlagen zurückgewiesen. "Der Bundesregierung liegen keine Informationen

Mehr

Top Meldungen

Griechischer Ex-Finanzminister Varoufakis sieht Land nicht als gerettet an

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Giannis Varoufakis sieht sein Land zum Ende des dritten Rettungs-Programms nicht als gerettet an."Griechenland steht am selben Punkt, im

Mehr
Bundesbank-Umzug und Umbau der Zentrale könnten sich verzögern

Frankfurt/Main - Die Bundesbank hat Probleme bei ihrem Campus-Projekt, bei dem sie ihre Frankfurter Zentrale sanieren und erweitern lassen und für mindestens sieben Jahre in ein

Mehr
Lufthansa erlaubt Mitarbeitern für einen Tag Turnschuhe

Frankfurt/Main - Am kommenden Freitag dürfen alle Lufthansa-Mitarbeiter in Turnschuhen zur Arbeit kommen - auch Piloten und Stewardessen. Wie "Bild am Sonntag" berichtet, hat das

Mehr