Finanzen

Zu wenig Eigenmittel für Bankeneinlagen

  • 8. Juni 2018, 18:00 Uhr
Bild vergrößern: Zu wenig Eigenmittel für Bankeneinlagen
Euroscheine
dts

.

Anzeige

Frankfurt/Main - Die nationalen Sicherungsfonds für Spareinlagen von Bankkunden sind nach Berechnungen des EU-Parlamentariers Wolf Klinz in den meisten europäischen Ländern nicht ausreichend gefüllt – auch nicht in Deutschland. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat Klinz, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP im Europaparlament, auf Basis von Zahlen der Europäischen Bankenaufsicht EBA ermittelt.

Seit 2014 ist europaweit gesetzlich vorgeschrieben, dass Banken alle Einlagen bis 100.000 Euro zu 0,8 Prozent durch eigene Mittel absichern müssen. In Deutschland betrug die Deckungsquote der Töpfe, mit denen sich Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken innerhalb ihrer jeweiligen Verbünde in Krisenzeiten gegenseitig helfen, Ende 2017 gerade einmal 0,4 Prozent. Zwar bleibt noch bis Mitte 2024 Zeit, die Fonds wie vorgeschrieben aufzufüllen. Kommt es bis dahin zu Bankenpleiten mitsamt einem Schaltersturm der Kunden, könnte es aber knapp werden, die garantierten 100.000 Euro pro Kunde auszuzahlen.

Lediglich 6 der 19 Eurozonen-Länder haben die Zielausstattung bereits erreicht. Ausnahmen von der 0,8-Prozent-Regel gibt es für Frankreich, wo die Banken nur 0,5 Prozent der Spareinlagen abdecken müssen, sowie für Luxemburg, Malta, Griechenland und Estland, wo die vorgeschriebenen Quoten teils deutlich höher sind. Bereits ausreichend gefüllt haben ihre Töpfe nur Lettland, Portugal, Belgien, Finnland, Estland – sowie ausgerechnet der europäische Dauerpatient Griechenland. Dort müssen 1,39 Prozent der Spareinlagen von 100.000 Euro abgedeckt sein, tatsächlich sind es jetzt schon 1,45 Prozent.


ANZEIGE

Die News Zu wenig Eigenmittel für Bankeneinlagen wurde von dts am 08.06.2018 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, INT, Finanzindustrie abgelegt.

Weitere Meldungen

Bericht: Bundesländer melden Dürreschäden in Milliardenhöhe

Acht Bundesländer haben der Bundesregierung einem Bericht zufolge wegen der anhaltenden Dürre Schäden in Höhe von insgesamt fast drei Milliarden Euro gemeldet. Die größte Summe

Mehr
"Spiegel": Bauern können nicht auf eine Milliarde Euro an Dürrehilfen hoffen

Eine Milliarde Euro fordert der Bauernverband angesichts der erwarteten Ernteausfälle in diesem Jahr - doch einem "Spiegel"-Bericht zufolge dürfte es nicht so hohe staatliche

Mehr
Scholz will Kapitalverlust der EIB ausgleichen

Berlin - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Europäische Investitionsbank (EIB) für den Kapitalverlust nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU entschädigen. Das

Mehr

Top Meldungen

Gütertransporteure fordern schnellere Streckenräumungen

Berlin - Die Bahnbranche ist zerstritten in der Frage, wie schnell das Schienennetz nach Unwettern repariert sein sollte. Güterverkehrsunternehmen wollen als Ziel festlegen, dass

Mehr
Dietrich Grönemeyer: Deutsche nehmen zu viele Pillen

Berlin - Der Arzt und Buchautor Dietrich Grönemeyer plädiert für eine sogenannte "Weltmedizin". "Unsere heutige Medizin leistet Hervorragendes; denken Sie nur an die

Mehr
Rentenreserven steigen auf Rekordniveau

Berlin - Die Reserven der gesetzlichen Rentenkasse werden Ende 2018 voraussichtlich ein Rekordhoch erreichen. Nach neuen Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung Bund steigt

Mehr