Brennpunkte

Welthungerhilfe wegen Gewalt im Kongo besorgt

  • 28. Mai 2018, 13:04 Uhr

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Kinshasa - Die Gewalt in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongos hat nach Angaben der Welthungerhilfe einen neuen Höhepunkt erreicht. "Zurzeit ist es in der Provinz Ituri besonders schlimm. Dort gibt es täglich um die 100 Tote. Wir kriegen grauenvolle Sicherheitsmeldungen von unseren Leuten, wer dort wen ermordet hat", sagte Georg Dörken von der Welthungerhilfe der "Bild".

Seit Dezember gebe es in der Region durch ethnische Auseinandersetzungen eine halbe Million Vertriebene. "Es ist der alte Konflikt der Lendu gegen die Hema, also der Ackerbauern gegen die Viehzüchter. In den Jahren 2005/06 war diese Region das Schlachthaus des Kongos. Unklar ist, wer jetzt gezündelt und den Konflikt angezettelt hat, denn lange war es dort ruhig. Für einige offenbar zu lange", so der Kongo-Experte von der Welthungerhilfe weiter.

Im Osten des Kongos ziehen seinen Angaben zufolge Milizen durch die Dörfer, vergewaltigen Frauen und schlachten die Männer ab.

"Es gibt zurzeit etwa 120 Milizengruppen im Kongo, vor zehn Jahren waren es noch etwa 30 Milizen. Die Rebellengruppen spalten sich immer mehr auf. Politische Ziele haben sie keine. Ganz am Anfang gab es noch Rebellengruppen mit definierten Zielen. Heute geht es nur noch um Einfluss auf die Rohstoffe, die es im Osten gibt. Dafür wird gemordet, dafür werden die Menschen versklavt, dafür leiden Menschen Hunger." Die Welthungerhilfe kritisiert, dass vom Krieg im Kongo kaum Notiz in der Öffentlichkeit genommen werde. "Das ist für mich eine klassische vergessene Krise. Über den Krieg im Kongo spricht keiner in Europa - es sei denn, es liegen 1.000 Leichen auf einem Haufen", sagte Dörken der Zeitung. "Der Kongo schafft es höchstens in die Nachrichten, wenn wie jetzt in einem Dorf Ebola ausbricht."

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