Brennpunkte

Bericht: Soldaten können Schießübungen nicht absolvieren

  • 27. Mai 2018, 19:22 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Soldaten können Schießübungen nicht absolvieren
Bundeswehr-Soldat mit G36
dts

.

Anzeige

Berlin - Die Bundeswehr kann ihre Soldaten offenbar nicht mehr vollständig an der Standardwaffe G36 ausbilden. Grund dafür ist, dass aus Sicherheitsgründen bundesweit 180 Schießanlagen für Übungen von Entfernungen von unter 50 Metern gesperrt sind sowie der Mangel an Schutzwesten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagsausgabe).

Das führt laut Zeitung unter anderem dazu, dass Soldaten die Grundausbildung ohne das erforderliche Schießtraining beenden müssen. Die Bundeswehr hatte vor einiger Zeit entschieden, dass Soldaten bei Schießübungen auf eine Entfernung von weniger als 50 Metern eine Schutzweste tragen müssen. Diese Westen sind mit Keramikplatten gefüllt, die einen Durchschuss von Gewehrmunition auch aus kurzer Distanz verhindern. Doch die Bundeswehr hat nach Informationen der FAZ zu wenige dieser Westen.

Sie befinden sich entweder in den Einsatzgebieten oder wurden eingezogen, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen war und keine neuen Westen nachgeliefert werden. Normalerweise sollten zumindest die Infanterieeinheiten längst vollständig mit den Schutzwesten ausgerüstet sein. Das sind mehrere Tausend Soldaten. Doch nach Informationen der Zeitung verfügen bisher nicht mehr als ein paar Hundert Soldaten in Deutschland über diese Weste.

Anfang des Jahres sperrte die Bundeswehr daher aus Sicherheitsgründen so gut wie alle Schießstände des Typs A für Übungen auf Entfernungen von weniger als 50 Metern. Der Chef einer Grundausbildungskompanie skizzierte vor Kurzem in einem Schreiben an die Führer der Einheiten, in die von ihm ausgebildete Soldaten versetzt wurden, wozu das führt. Er habe die Soldaten die allgemeine Grundausbildung bestehen lassen müssen, obwohl sie nicht alle dafür erforderlichen Schießübungen absolvieren konnten, berichtete der Hauptmann laut Zeitung. Das Bundesverteidigungsministerium widersprach. Wenn ein Rekrut die Grundausbildung planmäßig durchlaufe, erlange er unverändert die Befähigung, als Wach- und Sicherungssoldat eingesetzt werden zu können, sagte ein Sprecher auf Anfrage der FAZ.

ANZEIGE

Die News Bericht: Soldaten können Schießübungen nicht absolvieren wurde von dts am 27.05.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Militär abgelegt.

Weitere Meldungen

Saudi-Arabien bestätigt Tötung Khashoggis in Istanbuler Konsulat

Knapp drei Wochen nach dem Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabien zugegeben, dass dieser im saudiarabischen Konsulat in Istanbul getötet wurde.

Mehr
Bericht: Bundeswehr darf Frankreich in Mali unterstützen

Berlin - Die Unterstützung der französischen Anti-Terror-Operation Barkhane in Mali durch die Bundeswehr ist durch das Mandat des Bundestags gedeckt. Zu diesem Ergebnis kommt ein

Mehr
Korrespondentenvereinigung: Trump ermutigt zu Gewalt gegen Journalisten

Eine Journalistenvereinigung in Washington hat das Lob von US-Präsident Donald Trump für einen gewaltsamen Angriff eines Kongressabgeordneten auf einen Journalisten mit scharfen

Mehr

Top Meldungen

Brinkhaus bremst bei Altmaiers Steuer-Vorschlägen

Berlin - Der neue Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus bremst bei den Steuerreform-Vorschlägen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). "Das ist sicher keine

Mehr
IG-BCE-Chef wirft VW-Chef Unfähigkeit vor

Berlin - Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), hat VW-Chef Herbert Diess "Unfähigkeit" vorgeworfen. Angesichts der

Mehr
Heil will Betriebsrat bei Ryanair möglich machen

Im Konflikt über die Arbeitsbedingungen bei Ryanair will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Beschäftigten der irischen Billigfluggesellschaft mehr Mitbestimmung

Mehr