Brennpunkte

Syrische Regierung erklärt Damaskus wieder für "komplett sicher"

  • 21. Mai 2018, 16:24 Uhr
Bild vergrößern: Syrische Regierung erklärt Damaskus wieder für komplett sicher
Panzer der Armee auf dem Weg nach Hadschar al-Aswad
Bild: AFP

Nach dem Abzug der IS-Miliz aus ihrer letzten Bastion im Süden von Damaskus hat die Regierung die syrische Hauptstadt für 'komplett sicher' erklärt. Erstmals seit 2012 ist damit die gesamte Region wieder unter Kontrolle der Regierung.

Anzeige

Nach dem Abzug der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus ihrer letzten Bastion im Süden von Damaskus hat die Regierung die syrische Hauptstadt für "komplett sicher" erklärt. "Die syrische Armee verkündet heute, dass Damaskus, seine Randgebiete und die umliegenden Städte komplett sicher sind", sagte ein Militärsprecher den Staatsmedien am Montag. Erstmals seit 2012 ist damit die gesamte Region wieder unter Kontrolle der Regierung.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor berichtet, dass in der Nacht zu Montag eine zweite Gruppe IS-Kämpfer aus dem Flüchtlingslager Jarmuk und dem Viertel Tamadun im Süden von Damaskus abgezogen sei. Schon am Sonntag hatte demnach eine erste kleinere Gruppe Dschihadisten die Stadt in Richtung einer Wüstenregion im Osten Syriens verlassen, die noch unter Kontrolle der sunnitischen Extremistengruppe steht.

Laut der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle hat sich die IS-Miliz mit der Regierung auf eine Waffenruhe und den Abzug ihrer Kämpfer geeinigt. Von Seiten der Regierung wurde dies nicht bestätigt. Ein Militärvertreter sagte aber der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, dass eine Waffenruhe bis Montagmittag vereinbart worden sei, um Frauen und Kinder aus den umkämpften Vierteln in Sicherheit zu bringen.

Ein Militärsprecher sagte später, die Armee habe "eine große Zahl Kämpfer" der IS-Miliz "eliminiert" und damit die Kontrolle über Jarmuk und Tadamun zurückerlangt. Laut der Beobachtungsstelle wurden 1600 Kämpfer und Zivilisten in 32 Bussen fortgebracht. Die Räumung erfolgte demnach "in der Nacht und im Geheimen", weil die Regierung nicht bestätigen wollte, mit der IS-Miliz zu verhandeln.

Die Regierungstruppen hatten am 19. April eine Offensive auf die letzten IS-Bastionen in Damaskus gestartet. Seitdem wurden bei Kämpfen in Jarmuk, Tadamun, Kadam und Hadschar al-Aswad laut der Beobachtungsstelle 250 Regierungskämpfer, 233 Dschihadisten und 60 Zivilisten getötet. Die oppositionsnahe Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort; für Medien sind sie nur schwer überprüfbar.

Mitte April hatte die Regierung bereits die Region Ost-Ghuta nach einer zweimonatigen blutigen Offensive vollständig von den Rebellen eingenommen. Anschließend waren die Aufständischen unter dem Druck der Armee gezwungen, auch weitere Städte im Umland der Hauptstadt zu räumen. Die meisten Kämpfer und ihre Angehörigen zogen nach Verhandlungen mit der Regierung in die letzten Rebellengebiete in Nordsyrien ab.

Laut der Beobachtungsstelle kontrolliert die IS-Miliz inzwischen nur noch drei Prozent des syrischen Territoriums, darunter drei Dörfer an der irakischen Grenze. Ihren Angaben zufolge rückte die kurdisch-arabische SDF-Allianz am Sonntag mit Unterstützung französischer und US-Streitkräfte weiter auf diese letzte IS-Bastion östlich des Euphrat vor. Abgesichert wurde die Offensive auf der anderen Seite der Grenze von der irakischen Armee.

ANZEIGE

Die News Syrische Regierung erklärt Damaskus wieder für "komplett sicher" wurde von AFP am 21.05.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Syrien, Konflikte, Streitkräfte, Extremismus abgelegt.

Weitere Meldungen

Merkel weist Trumps Angaben zur Kriminalität in Deutschland zurück

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Angaben von US-Präsident Donald Trump zu einer angeblich wachsenden Kriminalität in Deutschland zurückgewiesen. Die kürzlich vorgelegte

Mehr
SPD stellt klar: Von Zurückweisungen steht im Koalitionsvertrag kein Wort

Nach der vorläufigen Vertagung des Unionsstreits in der Flüchtlingspolitik unterstreicht die SPD ihren Widerstand gegen Zurückweisungen an der deutschen Grenze. Europäische

Mehr
Zurückweisungen bei Wiedereinreisesperre ab sofort angeordnet

Berlin - Das Bundesinnenministerium hat heute dem Bundespolizeipräsidium per Erlass mitgeteilt, dass künftig diejenigen Personen an der Grenze zurückgewiesen werden sollen, gegen

Mehr

Top Meldungen

Studie: Immer mehr Betriebe führen Arbeitszeitkonten für ihre Mitarbeiter

Immer mehr Beschäftigte können ihre Arbeitszeit im Unternehmen per Arbeitszeitkonto erfassen lassen. Solche Konten könnten als Instrument dienen, um "für Beschäftigte mehr

Mehr
Mercedes-Benz investiert in Lkw-Werk am Rhein


Zehn Jahre nach Eröffnung des Entwicklungs- und Versuchszentrums (EVZ) in Wörth am Rhein investiert Mercedes-Benz Lkw weitere rund 50 Millionen Euro in das

Mehr
Bei Finanzaufsichtsbehörde liegende Informationen nicht zwangsläufig vertraulich

Nicht alle bei einer Finanzaufsichtsbehörde wie der deutschen Bafin vorliegenden Informationen zu einem Unternehmen sind nach europäischem Recht zwangsläufig vertraulich.

Mehr