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Russischer Ex-Spion Skripal aus dem Krankenhaus entlassen

  • 18. Mai 2018, 14:37 Uhr
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Einsatz am Fundort der Vergifteten in Salisbury
Bild: AFP

Mehr als zwei Monate nach dem Giftanschlag in Großbritannien ist der russische Ex-Spion Skripal aus dem Krankenhaus entlassen worden. Skripal gehe es inzwischen so gut, dass er nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden müsse, erklärte die Klinik. 

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Mehr als zwei Monate nach dem Giftanschlag in Großbritannien ist der russische Ex-Spion Sergej Skripal aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wie die Klinik im englischen Salisbury am Freitag mitteilte, geht es Skripal inzwischen so gut, dass er nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden muss. Skripals ebenfalls bei dem Anschlag vergiftete Tochter war bereits im April, fünf Wochen nach der Tat, aus dem Krankenhaus entlassen worden. 

"Das ist eine fantastische Nachricht", kommentierte die Krankenhausdirektorin Cara Charles-Barks die Genesung Skripals. Patienten und Personal hätten wegen des Vorfalls "schwierige Momente" durchlebt.

Der am 4. März in Salisbury verübte Giftanschlag hatte eine schwere diplomatische Krise zwischen Russland und westlichen Staaten ausgelöst, die Moskau für den Angriff verantwortlich machen. Beide Seiten reagierten mit der Ausweisung von Diplomaten.

Die Anschuldigung gegen Russland basiert unter anderem darauf, dass bei dem Anschlag das Nervengift Nowitschok verwendet wurde, das in den 80er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Russland weist jede Verantwortung zurück.

Die Bundesregierung bekräftige am Freitag ihre Ansicht, dass Russland hinter dem Anschlag steckt. "Aus unserer Sicht weisen alle Spuren nach Russland", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Wie aus einer Antwort des Außenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervorgeht, hat die Bundesregierung allerdings keine eigenen Erkenntnisse über den Vorfall. Die Bundesregierung verweise lediglich auf die Informationen, die sie von der britischen Regierung erhalten habe, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" in einer Vorabmeldung vom Freitag. "Großbritannien hat dabei detailliert dargelegt, weshalb die Verantwortung Russlands sehr wahrscheinlich ist", zitiert die Zeitung aus dem Papier.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion Dagdelen kritisierte die Russland-Politik der Bundesregierung. "Die Linie von Außenminister Heiko Maas (SPD) auf der Grundlage von Mutmaßungen ist absolut verantwortungslos", sagte Dagdelen der "NOZ". Die Ausweisung russischer Diplomaten sei voreilig und falsch gewesen.

Sergej Skripals Tochter Julia war bereits am 11. April aus dem Krankenhaus entlassen worden. Konsularische Hilfe durch die russische Botschaft lehnte sie ab. Laut Medienberichten wurde sie von britischen Behörden an einen sicheren Ort gebracht. "Im Interesse der Sicherheit von Sergej und Julia" würden keine Informationen über die Sicherheitsmaßnahmen kommuniziert, teilte Scotland Yard am Freitag mit. 

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