Wirtschaft

Eine Arbeitsstunde in Deutschland siebenmal teurer als in Bulgarien

  • 16. Mai 2018, 11:23 Uhr
Bild vergrößern: Eine Arbeitsstunde in Deutschland siebenmal teurer als in Bulgarien
Maschinenführer auf Werft
Bild: AFP

Eine Arbeitsstunde kostet in Deutschland im Schnitt siebenmal mehr als in Bulgarien. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, bezahlten Arbeitgeber im Industrie- und Dienstleistungssektor vergangenes Jahr im Schnitt 34,50 Euro.

Anzeige

Eine Arbeitsstunde kostet in Deutschland im Schnitt siebenmal mehr als in Bulgarien. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, bezahlten Arbeitgeber im Industrie- und Dienstleistungssektor vergangenes Jahr hierzulande im Schnitt 34,50 Euro. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf Rang sechs. Billigstes Land ist Bulgarien, wo eine Arbeitsstunde im Schnitt nur 4,90 Euro kostete. Teuerstes Land ist Dänemark mit 43,60 Euro.

Für den Vergleich zogen die Wiesbadener Statistiker Lohnkostendaten aus den 28 EU-Staaten von der europäischen Statistikbehörde Eurostat heran. Demnach lagen die Lohnkosten im EU-Schnitt bei 26,30 Euro - 2,2 Prozent höher als 2016. Ebenso viel stiegen sie auch in Deutschland, das sich damit um einen Platz in der Rangliste nach vorn schob. Die größten Lohnkostensteigerungen gab es in Rumänien mit 12,9 Prozent - auf 6,10 Euro. Damit ist Rumänien für Arbeitgeber das zweitgünstigste Land.

Deutschlands Nachbarländer Belgien (41,70 Euro, Platz zwei), Luxemburg (37,30 Euro, Platz vier) und Frankreich (36,80 Euro, Platz fünf) sind teurer als Deutschland. Die Niederlande (34,10 Euro, Platz sieben) und Österreich (33,70 Euro, Platz acht) sind hingegen leicht billiger.

Im Verarbeitenden Gewerbe, das laut Bundesamt besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2017 durchschnittlich 40,20 Euro. Im EU-Schnitt waren es 27 Euro - damit lag Deutschland auf Rang vier hinter Dänemark (44,10 Euro), Belgien (43,90 Euro) und Schweden (42 Euro), aber vor Frankreich (38,10 Euro). Bei den Dienstleistungen lag Deutschland mit 31,50 Euro auf Rang neun. Der EU-Schnitt lag hier bei 26,30 Euro. 

Die Arbeitskosten setzen sich aus dem Bruttoverdienst für den Arbeitnehmer und Lohnnebenkosten (beispielsweise Sozialversicherungsbeiträge und Steuern) zusammen. Je 100 Euro Bruttolohn bezahlten die Arbeitgeber in Deutschland zusätzlich im Schnitt 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit liegt Deutschland EU-weit auf Rang 13. Deutlich höher sind die Lohnnebenkosten bei den Spitzenreitern Schweden und Frankreich mit 49 beziehungsweise 46 Euro. Schlusslicht ist Malta mit nur neun Euro.

ANZEIGE

Die News Eine Arbeitsstunde in Deutschland siebenmal teurer als in Bulgarien wurde von AFP am 16.05.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Tarife, Steuern, Rente abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

US-Finanzminister bestätigt Aussetzung von Strafzöllen in Handelsstreit mit China

Die USA und China verzichten vorerst auf gegenseitige Strafzölle. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Sonntag dem US-Nachrichtensender Fox News, beide Länder hätten im

Mehr
Grüne fordern 500 Millionen Euro für Bienenschutzprogramm

Zum Weltbienentag der Vereinten Nationen haben die Grünen 500 Millionen Euro für ein Bienenschutzprogramm gefordert. Es brauche mehr Lebensräume für Bienen in Form von Blühwiesen,

Mehr
Deutsche Wirtschaft plädiert für harte Linie gegenüber Trump

Die deutsche Wirtschaft sieht die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump mit wachsender Sorge und plädiert für eine harte Linie. "America First bedeutet inzwischen immer

Mehr

Top Meldungen

"BamS": Postbank schließt rund zehn Prozent ihrer Filialen

Die Postbank schließt laut einem Zeitungsbericht in großem Umfang Filialen. Auf einer internen Streichliste würden dazu von Albstadt in Baden-Württemberg bis Zwickau in Sachsen

Mehr
TÜV will beim BER "Betriebssicherheit" nicht bescheinigen

Berlin - Laut eines internen Statusberichts vom 16. April 2018 gibt es beim BER wieder ernste Terminrisiken. Das berichtet die "Bild am Sonntag". In der als "vertraulich"

Mehr
Deutsche-Bank-Investor fordert neue Strategie

Frankfurt/Main - Ingo Speich, Fondsmanager von Union Investment, verlangt von der Deutsche Bank-Führung eine neue Strategie: "Die Deutsche Bank braucht eine neue Strategie und

Mehr