Wirtschaft

EZB-Präsident sieht beim Wachstum Anzeichen einer "Mäßigung"

  • 26. April 2018, 15:51 Uhr
Bild vergrößern: EZB-Präsident sieht beim Wachstum Anzeichen einer Mäßigung
EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz
Bild: AFP

Die Europäische Zentralbank (EZB) will trotz sich verschlechternder Wachstumsaussichten ihren Kurs 'mit ruhiger Hand' weiterführen. Nach einem Rekord-Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr sammelten sich dieses Jahr in fast allen Ländern der Eurozone Anzeichen für eine 'Mäßigung', sagte EZB-Präsident Mario Draghi.

Anzeige

Die Europäische Zentralbank (EZB) will trotz sich verschlechternder Wachstumsaussichten ihren Kurs "mit ruhiger Hand" weiterführen. Nach einem Rekord-Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr sammelten sich dieses Jahr in fast allen Ländern der Eurozone Anzeichen für eine "Mäßigung", sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt am Main. Mit Sorge betrachtet er die lauter werdende Diskussion um protektionistische Maßnahmen weltweit.

Draghi geht davon aus, dass die drohenden Strafzölle der USA auf europäischen Stahl und Aluminium für sich genommen keinen "substanziellen" Einfluss auf die hiesigen Exporte haben werden. Allerdings machen ihm mögliche Vergeltungsmaßnahmen Sorgen. Diese könnten das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung "schnell und tiefgreifend" verschlechtern und dementsprechend auch die Wachstumsaussichten beeinflussen. 

In Berliner Regierungskreisen hieß es am Donnerstag, die Bundesregierung rechne damit, dass die Ausnahme der EU von den Strafzöllen nächsten Dienstag auslaufen wird. Die Regierung erwartet demnach nicht, dass der Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington US-Präsident Donald Trump umstimmen könnte.

Draghi sagte nach der Ratssitzung in Frankfurt am Main, die EZB betrachte die wirtschaftliche Entwicklung mit "Vorsicht". Diese werde aber gemildert von der Zuversicht, dass die Geldpolitik der Eurozone in den vergangenen Jahren zu einem Aufschwung verholfen habe und sich die Inflationsrate mittelfristig erhöhen werde. Im März lag sie in der Eurozone bei 1,3 Prozent.

Deshalb beließ die EZB den Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei ihr besorgen können, bei null Prozent. Auf Einlagen müssen Banken weiterhin einen Strafzins von Minus 0,4 Prozent zahlen, und auch das Anleihenkaufprogramm soll mindestens bis September unverändert weiter laufen. Bis dann - "falls nötig darüber hinaus" - pumpt die Zentralbank  monatlich 30 Milliarden Euro in den Markt.

ANZEIGE

Die News EZB-Präsident sieht beim Wachstum Anzeichen einer "Mäßigung" wurde von AFP am 26.04.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, EZB, Zentralbank abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

US-Finanzminister bestätigt Aussetzung von Strafzöllen in Handelsstreit mit China

Die USA und China verzichten vorerst auf gegenseitige Strafzölle. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Sonntag dem US-Nachrichtensender Fox News, beide Länder hätten im

Mehr
Grüne fordern 500 Millionen Euro für Bienenschutzprogramm

Zum Weltbienentag der Vereinten Nationen haben die Grünen 500 Millionen Euro für ein Bienenschutzprogramm gefordert. Es brauche mehr Lebensräume für Bienen in Form von Blühwiesen,

Mehr
Deutsche Wirtschaft plädiert für harte Linie gegenüber Trump

Die deutsche Wirtschaft sieht die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump mit wachsender Sorge und plädiert für eine harte Linie. "America First bedeutet inzwischen immer

Mehr

Top Meldungen

"BamS": Postbank schließt rund zehn Prozent ihrer Filialen

Die Postbank schließt laut einem Zeitungsbericht in großem Umfang Filialen. Auf einer internen Streichliste würden dazu von Albstadt in Baden-Württemberg bis Zwickau in Sachsen

Mehr
TÜV will beim BER "Betriebssicherheit" nicht bescheinigen

Berlin - Laut eines internen Statusberichts vom 16. April 2018 gibt es beim BER wieder ernste Terminrisiken. Das berichtet die "Bild am Sonntag". In der als "vertraulich"

Mehr
Deutsche-Bank-Investor fordert neue Strategie

Frankfurt/Main - Ingo Speich, Fondsmanager von Union Investment, verlangt von der Deutsche Bank-Führung eine neue Strategie: "Die Deutsche Bank braucht eine neue Strategie und

Mehr