Wirtschaft

Keine Bewegung im Streit um Opelwerk in Eisenach

  • 24. April 2018, 17:26 Uhr
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Im Streit um die Zukunft des Opelwerks in Eisenach scheinen die Positionen festgefahren. Während Regierung und Gewerkschaft Investitions- und Bestandsgarantien fordern, beharrt Opel auf Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen.

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Im Streit um die Zukunft des Opelwerks im thüringischen Eisenach scheinen die Positionen festgefahren. Die thüringische Regierung und die Gewerkschaft IG Metall forderten am Dienstag auf einer Protestkundgebung Bestandsgarantien und ausreichende Investitionen für das Werk und seine 1800 Mitarbeiter. Opel beharrt auf einer Kostensenkung und einer höheren Effizienz und verweist auf Vereinbarungen mit Gewerkschaften in anderen europäischen Ländern.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nahmen am Nachmittag in Eisenach an einem Protestmarsch mit 1400 Opel-Beschäftigten teil, wie ein IG-Metall-Sprecher sagte. Aus den anderen deutschen Werken in Rüsselsheim und Kaiserslautern waren ebenfalls Mitarbeiter gekommen. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger forderte erneut, dass künftig zwei verschiedene Modelle in Eisenach produziert werden sollen - statt wie vom Management in Aussicht gestellt nur eins. 

Das Opel-Management betonte erneut, es habe für Eisenach einen "zukunftsfähigen Vorschlag" vorgelegt, der eine Verbesserung gegenüber dem bestehenden Tarifvertrag bedeute. Die Geschäftsführung hat vorgeschlagen, ein neues SUV-Modell bereits ab April 2019 in Eisenach zu produzieren. Ab 2020 "könnte" dann ein Hybrid-Modell folgen.

Ramelow beklagte sich in der Sendung MDR Aktuell über widersprüchliche Aussagen der Opel-Geschäftsführung. Einerseits höre er von Opel-Chef Michael Lohscheller, dass das Werk in Eisenach nicht gefährdet sei. "Andererseits habe ich erst gestern wieder ein Gespräch mit der Unternehmensleitung gehabt, wo mir deutlich gesagt wurde, es geht um eine Mitarbeiterzahl unter 1000 und es geht um eine Produktionsauslastung unter 100.000 Stück." 

In Eisenach arbeiten derzeit 1800 Menschen, das Werk sei "für den Bau von 180.000 Fahrzeugen jährlich konzipiert", sagte Ramelow im MDR.

Opel versucht derzeit unter dem Druck von PSA, seine Kosten massiv zu senken. Der Autobauer schreibt seit Jahren rote Zahlen. PSA-Chef Carlos Tavares sagte in Paris, die "intensiven" Verhandlungen über das Sparprogramm seien notwendig, um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen. Er rechnet damit, dass die Diskussion noch "einige Wochen dauern" und "etwas Lärm" machen werde.

Die PSA-Gruppe hatte Opel im Sommer 2017 für 1,3 Milliarden Euro von dem US-Hersteller General Motors übernommen. Damit ist der Umsatz des französischen Konzerns deutlich gestiegen: Im ersten Quartal 2018 wuchs er um rund 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,2 Milliarden Euro, wie PSA mitteilte. Der Konzern habe in den drei Monaten eine Rekordzahl von 1,05 Millionen Autos verkauft. 

Zum Gewinn machte PSA keine Angaben. Im Jahr 2017 waren es unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro gewesen und damit so viel wie nie. Opel blieb in den roten Zahlen.

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