Wirtschaft

Niedersachsen rechnet mit baldigem Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken

  • 24. April 2018, 09:48 Uhr
Bild vergrößern: Niedersachsen rechnet mit baldigem Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken
Männliche Küken
Bild: AFP

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) geht von einem baldigen Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken aus. Schon Ende des Jahres könnten entsprechende Maschinen zur Geschlechtsbestimmung im Einsatz sein.

Anzeige

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) geht von einem baldigen Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken aus. "Es sieht danach aus, dass wir am Ende des Jahres Maschinen in den Brütereien im Einsatz haben, die das Geschlecht des Tieres weit vor dem Schlüpfen erkennen", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. Sie forderte dabei Unterstützung von der Regierung.

Kleinere Brütereien müssten beim Kauf der teuren Anlagen unterstützt werden: "Die Bundesregierung muss hier überlegen, was sie will", sagte Otte-Kinast. Der Ausstieg gehe nur "ganz oder gar nicht". Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 46 Millionen männliche Küken getötet, weil sie keine Eier legen. Das Mästen der Tiere ist nach Einschätzung der Geflügelwirtschaft unwirtschaftlich.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte Ende Januar erklärt, derzeit erprobe die Branche zwei unterschiedliche Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei. Bei beiden Technologien wird das Geschlecht des Kükens weit vor dem Schlüpfen bestimmt, bei männlichen Tieren werden die Eier dann wenige Tage nach der Befruchtung aussortiert und anderweitig verarbeitet.

Die Ministerin forderte in der "NOZ" von der Regierung auch Unterstützung bei der Umstellung auf das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration, die ab kommendem Jahr greift. Sie fordere von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) "schnell ein deutliches Signal" und werde das Thema auf der Agrarministerkonferenz, die von Mittwoch bis Freitag in Münster stattfindet, ansprechen. Otte-Kinast sprach sich zudem dafür aus, dass Bauern Ferkel künftig vor der Kastration lokal betäuben dürfen. Dafür müsse aber rasch das Tierschutz- und das Tierarzneimittelgesetz geändert werden.

ANZEIGE

Die News Niedersachsen rechnet mit baldigem Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken wurde von AFP am 24.04.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Tiere, Agrar abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Brasilianische Regierung setzt Sicherheitskräfte gegen streikende Lkw-Fahrer ein

Nach tagelangen Straßenblockaden durch streikende Lastwagenfahrer hat die brasilianische Regierung die Räumung durch Sicherheitskräfte angeordnet. Präsident Michel Temer erteilte

Mehr
Putin warnt vor katastrophalen Folgen eskalierender Handelskonflikte

Angesichts einer zunehmend konfrontativen US-Handelspolitik hat Russlands Präsident Wladimir Putin vor katastrophalen Schäden am Weltwirtschaftssystem gewarnt. Eine neue Ära des

Mehr
Fiat Chrysler ruft 4,8 Millionen Autos in den USA zurück

Der Autokonzern Fiat Chrysler ruft in den USA 4,8 Millionen Fahrzeuge wegen technischer Probleme mit der Geschwindigkeitskontrolle in die Werkstätten. Es könne sein, dass der

Mehr

Top Meldungen

Bericht: Saudi-Arabien verhängt Auftragsstopp für deutsche Firmen

Riad - Saudi-Arabiens Thronfolger Mohammed bin Salman hat offenbar einen internen Vergabestopp für Regierungsaufträge an deutsche Firmen verhängt. Das berichtet der "Spiegel" in

Mehr
Rewe erwartet spürbaren Umsatzschub durch Fußball-WM

Köln - Der Handelskonzern Rewe erwartet von der Fußballweltmeisterschaft einen spürbaren Umsatzschub. "Spielt die deutsche Mannschaft gut, hebt das eindeutig die Konsumstimmung.

Mehr
VW California: Ein Reisemobil schreibt Geschichte


Allein der Name klingt schon nach Sommer, Spaß und guter Laune. Und ein bisschen Fernweh. Mit dem "California" hat VW bei den Reisemobilen Maßstäbe gesetzt. Und jetzt

Mehr