Wirtschaft

Wenn E-Autos mit Dieseln gemeinsam vom Band laufen

  • 17. April 2018, 12:53 Uhr
Bild vergrößern: Wenn E-Autos mit Dieseln gemeinsam vom Band laufen
mid Groß-Gerau - Auf dem Weg zur flächendeckenden E-Mobilität wartet noch jede Menge Arbeit auf Autobauer und Zulieferer. BMW

Die Welt der Auto-Antriebe ist bunt geworden. Neben Modellen mit konventionellem Verbrennungsmotor stellen die Autobauer auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Hybrid oder Elektromotor her. Aber nur die Wenigsten haben dafür eine eigene Fertigungshalle - eine logistische Herausforderung.

Anzeige


Die Welt der Auto-Antriebe ist bunt geworden. Neben Modellen mit konventionellem Verbrennungsmotor stellen die Autobauer auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Hybrid oder Elektromotor her. Aber nur die Wenigsten haben dafür eine eigene Fertigungshalle. Während VW auf eigene Produktionsstätten für Elektrofahrzeuge setzt, stellen fast alle anderen Hersteller derzeit ihre großen Produktionswerke um. Die E-Autos sollen mit Hybrid-, Benzin- und Dieselmodellen zusammen vom Band laufen. - eine logistische Herausforderung.

"Die Integration führt zu einer weiteren deutlichen Zunahme an Komplexität", sagt Dr. Thilo Greshake, Partner Automotive bei der Unternehmensberatung Staufen. "Alle Module und Systeme, aus denen ein Auto besteht, müssen für sämtliche Modelle Just-in-Time am Band bereitstehen. Elektroautos benötigen nicht nur andere Antriebe und Batterien, sondern beispielsweise auch eine andere Heizung oder Klimaanlage. Der bereits sehr stattliche Variantenbaum erhält dadurch weitere Äste - aus Vielfalt droht Unübersichtlichkeit zu werden." Die bisherige durchgängige Taktung am Band wird sich kaum einhalten lassen.

"Gravierende Probleme wie Tesla werden die deutschen Automobilhersteller aber nicht haben", meint Experte Greshake. Sie hätten jahrzehntelange Erfahrung und seien extrem stark in Planung sowie Prozessen. Doch sie dürften sich nicht nur darauf konzentrieren, ihre eigenen Fabriken fit zu machen. Viel schwieriger werde es, die Zulieferer auf die automobile Zukunft vorzubereiten. "Wenn wenn es dort hakt, stehen auch bei den OEMs die Bänder still."

Die Anfälligkeit zeigt sich unter anderem am Beispiel der Heizung: Elektroautos benötigen eine elektrische Heizung, da der Verbrennungsmotor als Wärmequelle entfällt. Die aber wird bisher nur in sehr geringen Stückzahlen produziert. Künftig werden aus mittelständischen Heizungs-Zulieferern daher Großserienhersteller, die zudem noch über hohes technologisches Know-how verfügen müssen. Denn die Heizung und ihre Steuerung in Elektroautos sind High-Tech-Produkte, die beispielsweise im Stau auf der Autobahn ihren Modus wechseln müssen, damit der Akku hält und die Fahrzeuge ihr angepeiltes Ziel erreichen können.

"Diese Transformation schaffen die Zulieferer nicht alleine", so der Berater. Umso wichtiger sei es, dass die Hersteller ihre Lieferanten intensiv begleiten und auch am Ende der Wertschöpfungskette eingreifen. Nur dann könnten die Herausforderungen der neuen Automobilwelt erfolgreich bewältigt und das E-Auto zum Massenprodukt werden.

ANZEIGE

Die News Wenn E-Autos mit Dieseln gemeinsam vom Band laufen wurde von Lars Wallerang am 17.04.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Automobilindustrie, Automobilproduktion, Elektromobilität, Zulieferer abgelegt.

Weitere Meldungen

Chinas Wachstum gibt im zweiten Quartal nur leicht nach

Mitten im Handelsstreit mit den USA hat Chinas Wirtschaftswachstum nur leicht nachgelassen. Im zweiten Quartal von April bis Ende Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt der

Mehr
Ex-NRW-Gesundheitsministerin: PKV-Aus nur Frage der Zeit

Düsseldorf - Die Leiterin der NRW-Landesvertretung der Techniker Krankenkasse und frühere nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin, Barbara Steffens, geht davon aus, dass

Mehr
Landwirtschaftsministerin rechnet nicht mit Preissteigerungen

Berlin - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) rechnet nicht mit steigenden Lebensmittelpreisen aufgrund witterungsbedingter Ernteausfälle. Gegenüber "Bild"

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Studie: Deutschland investiert wenig

München - Der deutsche Staat investiert verhältnismäßig wenig in seine Zukunft. Im internationalen Vergleich liege der deutsche Staat bei der Investitionstätigkeit "weit hinten",

Mehr
Giffey will weniger Gewinn für Pflegeheime

Berlin - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Betreiber von Altenpflegeheimen dazu aufgefordert, zugunsten einer besseren Betreuung auf Gewinn zu verzichten.

Mehr
Weidmann warnt Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken

Frankfurt/Main - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken gewarnt. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) unter

Mehr