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Trumps Anwalt erleidet Niederlage im Streit um beschlagnahmte Dokumente

  • 17. April 2018, 20:16 Uhr
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Trump-Anwalt Michael Cohen vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan
Bild: AFP

Der von den US-Justizbehörden ins Visier genommene persönliche Anwalt von Präsident Donald Trump hat vor Gericht eine herbe Etappen-Niederlage erlitten. Eine Bundesrichterin in New York schmetterte den Antrag von Michael Cohen ab, die bei ihm beschlagnahmten Dokumente teilweise vor der Einsichtnahme durch die Ermittler zu schützen.

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Der von den US-Justizbehörden ins Visier genommene persönliche Anwalt von Präsident Donald Trump hat vor Gericht eine herbe Etappen-Niederlage erlitten. Eine Bundesrichterin in New York schmetterte am Montag den Antrag von Michael Cohen ab, die bei ihm beschlagnahmten Dokumente teilweise vor der Einsichtnahme durch die Ermittler zu schützen. Die Entscheidung ist auch ein Rückschlag für Trump. Denn die Dokumente enthalten möglicherweise brisante Informationen über sein Berufs- und Privatleben.

Der Gerichtstermin im New Yorker Stadtteil geriet zum Spektakel. Unter gewaltigem Medienandrang erschien auch die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die vor Jahren eine kurze Affäre mit Trump gehabt haben will und mit der Cohen kurz vor der Wahl 2016 eine Stillschweigevereinbarung unterzeichnet hatte. "Herr Cohen hat sich seit Jahren so aufgeführt, als stünde er über dem Gesetz", sagte die in ein violettes Kostüm gekleidete 39-Jährige inmitten des Journalistenpulks vor dem Gerichtsgebäude.

Die Ermittlungen gegen Cohen zielen nach Angaben des US-Justizministeriums hauptsächlich auf sein Geschäftsgebaren ab. In der vergangenen Woche hatten Beamte der Bundespolizei FBI sein Büro, seine Wohnung und sein Hotelzimmer durchsucht und dabei tausende Dokumente, einen Tresor und zwei Handys beschlagnahmt. Trump geißelte die Razzia als "Angriff auf unser Land".

Cohen arbeitet seit rund zwölf Jahren für Trump und gilt als dessen enger Vertrauter. Er wird häufig als Trumps "Ausputzer" bezeichnet, weil er hinter den Kulissen für seinen Chef unangenehme Angelegenheiten bereinigt haben soll. 

Einige der bei ihm beschlagnahmten Dokumente sollen sich auf eine Summe von 130.000 Dollar (nach heutigem Wert 105.000 Euro) beziehen, die Cohen kurz vor der Wahl an Stormy Daniels gezahlt hatte. Im Gegenzug verpflichtete sich die Schauspielerin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford, mit ihren Schilderungen eines angeblichen Sexabenteuers mit Trump nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. 

Bei der Zahlung könnte es sich möglicherweise um eine illegale Wahlkampfspende gehandelt haben. Cohen will die Zahlung aus eigener Tasche geleistet haben. Trump wiederum beteuert, von dem Deal nichts gewusst zu haben. 

Bundesrichterin Kimba Woods lehnte nun  Cohens Antrag ab, die beschlagnahmten Materialien vom Präsidenten durchsehen zu lassen, damit dieser entscheiden könne, welche unter Verschluss bleiben sollten. Sie schloss jedoch nicht aus, dass zu dieser Frage später ein unabhängiger Sachverständiger eingeschaltet werden könnte. Vorerst erlaubte sie nur Cohens Anwälten, die Dokumente durchzusehen.  

Clifford sagte nach der Anhörung im TV-Sender ABC, sie sei es leid, "gemobbt" und "bedroht" zu werden. Sie führt ins Feld, unter massivem Druck über ihre angebliche Affäre mit Trump stillgehalten zu haben. Die Schweigevereinbarung betrachtet sie heute als ungültig, sie liegt darüber im Rechtsstreit mit Cohen.  

Die Pornodarstellerin und ihr Anwalt Michael Avenatti veröffentlichten die Skizze eines Mannes, der Clifford vor sieben Jahren bedroht haben soll, und versprachen eine Belohnung von 100.000 Dollar für seine Identifizierung. 

Clifford hatte Ende März in einem TV-Interview berichtet, der Mann habe sie gewarnt, Trump "in Ruhe" zu lassen. Dabei habe er ihre kleine Tochter angesehen und gesagt: "Es wäre schade, wenn ihrer Mama etwas zustoßen würde." 

Die Gerichtsanhörung wurde auch durch eine überraschende Enthüllung zu einem denkwürdigen Ereignis. Unter dem Druck der Richterin gab Cohens Anwalt preis, dass sein Mandant auch für den Starmoderator des Trump-freundlichen Senders Fox News, Sean Hannity, gearbeitet habe. 

Trump verbindet auch mit Hannity ein Vertrauensverhältnis. Beide sollen regelmäßig telefonieren. Der Moderator erklärte jedoch, er habe Cohen nie für irgendwelche Dienste bezahlt. Er habe lediglich gelegentlich dessen Meinung eingeholt, und zwar hauptsächlich zu Immobilienangelegenheiten. 

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