Wirtschaft

Kassen-Chef kritisiert Gesundheitsminister Spahn

  • 16. April 2018, 15:06 Uhr
Bild vergrößern: Kassen-Chef kritisiert Gesundheitsminister Spahn
Jens Spahn
dts

.

Anzeige

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stößt mit seiner Forderung nach niedrigeren Krankenkassen-Zusatzbeiträgen auf Widerspruch. "Spielräume, die wir uns durch hochwertige und effiziente Versorgung erarbeitet haben, geben wir an die Versicherten weiter. So haben drei AOKs gerade erst ihren Beitragssatz zum Jahresbeginn abgesenkt", sagte Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben).

"Allerdings ist unseren Mitgliedern auch ein solide und nachhaltige Finanzplanung wichtig, sie wollen kein Beitragssatz-Jojo." Litsch sagte, Koalitionäre würden kostspielige Pläne verfolgen, daher sei mit zusätzlichen Ausgabenschüben zu rechnen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich überrascht von Spahns Vorstoß.

"Die Höhe der Zusatzbeiträge wird von den Krankenkassen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien festgelegt und von den Aufsichtsbehörden genehmigt", sagte Lauterbach dem RND. Die Lage unterscheide sich von Kasse zu Kasse sehr stark. Die Bandbreite der Zusatzbeiträge liege aktuell zwischen 0,0 und 1,7 Prozent: "Wenn man Krankenkassenwettbewerb will, hier hat man ihn." Lauterbach rät Versicherten dazu, einen Kassenwechsel zu prüfen. "Jeder Einzelne sollte sich genau das Preis-Leistungsverhältnis anschauen und gegebenenfalls die Kasse wechseln", so der SPD-Politiker.

"Damit können Kassenmitglieder durchaus einige hundert Euro pro Jahr sparen." Lauterbach sagte, die Zahl der Krankenkassen sei zuletzt immer weiter zurückgegangen: "Langfristig benötigen wir sicher nicht mehr als 30 bis 50 Kassen in Deutschland." Union und SPD würden Arbeitnehmer nun bei den Kassenbeiträgen entlasten: "Die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassen wird eines der ersten Projekte in der Gesundheitspolitik sein.".

ANZEIGE

Die News Kassen-Chef kritisiert Gesundheitsminister Spahn wurde von dts am 16.04.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Gesundheit, Unternehmen abgelegt.

Weitere Meldungen

Bauernpräsident erwartet weniger Tierhaltung in Deutschland

Berlin - Vor dem für Donnerstag erwarteten Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Deutschland wegen zu hoher Güllebelastung von Gewässern und Böden, kündigt der Bauernverband

Mehr
Familienunternehmen mit Großer Koalition unzufrieden

Berlin - Die deutschen Familienunternehmen sind unzufrieden mit der bisherigen Arbeit der Großen Koalition. Das berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung

Mehr
Streit über Lohnsenkung bei VW-Gemeinschaftsunternehmen beigelegt

Berlin - Das von VW und Automobilzulieferern betriebene Gemeinschaftsunternehmen IAV hat den Streit über geplante Lohnsenkungen beigelegt. Das berichtet die "Frankfurter

Mehr

Top Meldungen

Ex-Verfassungsrichter Papier: Soli-Beschluss verfassungswidrig

Berlin - Der langjährige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die Abschaffung des Soli nur für kleinere und mittlere Einkommen nicht für

Mehr
Draghi lobt deutsch-französischen Vorstoß für gemeinsamen Eurozonen-Haushalt

Der deutsch-französische Vorstoß für ein gemeinsames Eurozonen-Budget stößt bei der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Zustimmung. Das von Deutschland und Frankreich vorgelegte

Mehr
Bei Ryanair in Deutschland drohen noch im Sommer Streiks der Piloten

In Deutschland drohen Streiks der Ryanair-Piloten - möglicherweise noch mitten in der Sommerzeit. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) habe die Tarifverhandlungen mit

Mehr