Technologie

Drei von vier Gemüsesorten binnen 150 Jahren von den Tellern verschwunden

  • 12. April 2018, 15:58 Uhr
Bild vergrößern: Drei von vier Gemüsesorten binnen 150 Jahren von den Tellern verschwunden
Gemüse in einer Kiste
Bild: AFP

In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche Gemüsesorten aus deutschen Gärten verschwunden. Vergessene Sorten wieder ins Bewusstsein rufen soll deshalb eine neue Internet-Datenbank.

Anzeige

Ob eine Aubergine mit der illustren Bezeichnung "Schwarze Schöne" oder ein Kohlrabi namens "Blauer Goliath" - in den vergangenen 150 Jahren sind nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zahlreiche Gemüsesorten aus deutschen Gärten verschwunden. Vergessene Sorten wieder ins Bewusstsein der Verbraucher rufen soll deshalb eine neue Internet-Datenbank, wie die BLE am Donnerstag mitteilte. 

Dort sind Informationen zu rund 7000 Gemüsesorten verfügbar, darunter auch etwa 3000 Zeichnungen und Fotos. "So kann sich jeder Nutzer ein Bild der Gemüsevielfalt machen und soll zu weiteren Recherchen angeregt werden", erklärte die Bundesanstalt. 

Bislang gab es nach Angaben der BLE in Deutschland keine allgemeinen Zahlen über die Gefährdung alter Gemüsesorten. Mit der Datenbank sei nun "erstmals eine systematische Datengrundlage zur Gemüsevielfalt der vergangenen beiden Jahrhunderte erarbeitet" worden. Die Informationen dazu stammen unter anderem aus historischen Schriften aus der Zeit zwischen 1836 bis 1956.

Die Internetseite soll auch Unterstützung beim Anbau im eigenen Garten bieten. Bei vielen Gemüsespezialitäten kommt dieser Versuch allerdings wohl zu spät: 75 Prozent der Sorten müssten als verschollen angesehen werden, erklärte die BLE. "Das heißt, dass trotz Nachforschungen kein Saatgut mehr auffindbar war." 

Für weitere 16 Prozent der ursprünglichen Gemüsevielfalt existiert Saatgut innerhalb Europas demnach nur in Genbanken oder bei verschiedenen Saatgutinitiativen. Dadurch müssten diese Gemüse - wie etwa die Salatsorte "Goldforelle" - als gefährdete "Rote Liste-Sorten" auswiesen werden. Lediglich die übrigen neun Prozent der Sorten und Arten würden bis heute "durchgehend gehandelt".

ANZEIGE

Die News Drei von vier Gemüsesorten binnen 150 Jahren von den Tellern verschwunden wurde von AFP am 12.04.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern D, Lebensmittel, Verbraucher, Internet abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Facebook präsentiert unbeeindruckt vom Datenskandal glänzende Quartalszahlen

Der Datenskandal bei Facebook kann dem US-Konzern bislang nichts anhaben: Das Unternehmen präsentierte glänzende Umsatzzahlen und einen satten Gewinn von fünf Milliarden Dollar

Mehr
Starke Nachfrage nach Speicherchips treibt bei Samsung Gewinn in die Höhe

Die starke Nachfrage nach Speicherchips und gute Geschäfte mit seinem neuen Oberklasse-Smartphone haben dem südkoreanischen Technologiekonzern Samsung Electronics einen kräftigen

Mehr
Twitter macht zweites Quartal in Folge einen Gewinn

Der geschäftliche Erfolg von Twitter scheint sich zu verfestigen: Zu Beginn des Jahres machte der Kurzbotschaftendienst das zweite Quartal in Folge Gewinn, wie das Unternehmen am

Mehr

Top Meldungen

EU wirft Trump "inakzeptable Bedingungen" vor

Brüssel - US-Präsident Donald Trump stellt nach Einschätzung der Europäischen Kommission inakzeptable Bedingungen für eine dauerhafte Ausnahme der EU von den Schutzzöllen auf

Mehr
EZB lässt Leitzins unverändert

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins und den Einlagenzins bei 0,00 beziehungsweise minus 0,40 Prozent. Das teilte die Notenbank am Donnerstag

Mehr
BDI fürchtet Belastungsprobe durch US-Strafzölle

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, warnt vor einer "großen Belastungsprobe" im transatlantischen Verhältnis. Angesichts

Mehr