Wirtschaft

Wirtschaftsweise heben Konjunkturprognose für 2018 leicht an

  • 21. März 2018, 13:18 Uhr
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Wirtschaftsweise heben Konjunkturprognose für 2018 leicht an
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Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich nach Einschätzung der fünf Wirtschaftsweisen fort - ist zugleich aber wachsenden Risiken etwa durch protektionistische Maßnahmen ausgesetzt.

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Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort - ist zugleich aber wachsenden Risiken etwa durch Störungen des Welthandels oder Engpässe auf dem Arbeitsmarkt ausgesetzt. Die fünf Wirtschaftsweisen hoben ihre Konjunkturprognose für 2018 am Mittwoch leicht an und gehen nun von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent aus. Die positiven Aussichten dürften allerdings "nicht darüber hinwegtäuschen", dass die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung zuletzt zugenommen hätten.

Zur Anhebung der Prognose habe "vor allem das nochmals verbesserte außenwirtschaftliche Umfeld" beigetragen, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Weltwirtschaft erlebe derzeit "den ersten synchronen Aufschwung seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007". Im November waren die Wirtschaftsweisen noch von einem BIP-Wachstum um 2,2 Prozent in diesem Jahr ausgegangen.

Getrübt wird der Ausblick aber durch wachsende Risiken. Dazu tragen nach Auffassung der Wirtschaftsweisen unter anderem der unsichere Ausgang der Brexit-Verhandlungen sowie das Wahlergebnis in Italien bei. Dort hatten bei der Parlamentswahl Anfang März populistische, euroskeptische und ultrarechte Parteien zugelegt.

Zu den Risiken gehörten aber auch "insbesondere" die von den USA geplanten Zölle auf Stahl und Aluminium, erklärte der Sachverständigenrat. "Eine Spirale aus protektionistischen Maßnahmen hätte deutlich negative Auswirkungen auf die globale und die deutsche Wirtschaft", warnten die Wirtschaftsweisen. Für die Fortsetzung des globalen Aufschwungs sei "ein reibungslos funktionierender Welthandel" von zentraler Bedeutung.

In Deutschland wird das Wachstum der Prognose zufolge im kommenden Jahr durch eine zunehmende Überauslastung von Maschinen und Anlagen sowie Engpässe am Arbeitsmarkt gedämpft. Für 2019 erwarten die Wirtschaftsweisen ein Wachstum des BIP um 1,8 Prozent.

Nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre befinde sich die deutsche Wirtschaft nun "in einer Hochkonjunkturphase", erklärte der Sachverständigenrat. Die anhaltend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) trage dazu bei, dass die Überauslastung weiter zunehme. Die neue Bundesregierung solle deshalb das "langfristige Wachstumspotenzial" stärken, rieten die Wirtschaftsweisen. "Maßnahmen, welche die Überauslastung erhöhen, sind hingegen kontraproduktiv", erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Christoph Schmidt. 

Die Wirtschaftsweisen mahnten zurecht, die langfristigen Herausforderungen in den Blick zu nehmen, erklärte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Kerstin Andreae. "Im Spannungsfeld zwischen protektionistischen Tendenzen in den USA und einem chinesischen Staatskapitalismus kann nur ein starkes und einiges Europa zur Sicherung unseres Wohlstands beitragen", erklärte Andreae. Zudem müsse die Bundesregierung die wachsenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt, nicht zuletzt mit Blick auf die Digitalisierung, ernst nehmen und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung ergreifen.

Die Linke forderte, die "extreme Exportabhängigkeit" der deutschen Wirtschaft in Zeiten von Brexit und drohenden Handelskriegen zu verringern. Stattdessen solle die Binnennachfrage gesteigert werden, forderte der Linken-Politiker Pascal Meiser. Dafür müsse die große Koalition die Rahmenbedingungen für eine expansive Lohnpolitik der Gewerkschaften verbessern, den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen unterbinden und die Bindung an Tarifverträge stärken. 

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