Politik

McAllister: EU soll Westbalkan-Länder in Entscheidungen einbeziehen

  • 9. März 2018, 02:00 Uhr
Bild vergrößern: McAllister: EU soll Westbalkan-Länder in Entscheidungen einbeziehen
David McAllister
dts

.

Anzeige

Brüssel - Angesichts des geplanten Beitritts von sechs Westbalkan-Staaten in den kommenden Jahren fordert der Chef des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, David McAllister (CDU), die Europäische Union auf, schon heute stärker auf diese Länder zuzugehen: "Dennoch sollten die Interessen der sechs Länder des Westbalkans schon heute bei Entscheidungsprozessen der EU berücksichtigt werden", sagte McAllister der "Welt". Das gelte beispielsweise für den Ausbau des Binnenmarktes, der Verkehrsinfrastruktur oder der Energienetze.

"Es geht darum, die Region an die EU zu binden", sagte der frühere niedersächsische Ministerpräsident. "Wenn die Menschen spüren, dass es Schritt für Schritt vorangeht, erhöht sich auch die Bereitschaft zu Reformen", fügte McAllister hinzu. Gleichzeitig warnte der Ausschusschef vor dem zunehmenden Einfluß Moskaus auf dem Westbalkan: "Russland hat seine mediale Präsenz in einigen Westbalkanländern ausgebaut. Es wird versucht, durch Desinformationskampagnen gezielt Einfluss zu nehmen. Das gibt Anlass zur Sorge."

Das Risiko einer Annexion bestimmter Landstriche auf dem Westbalkan - ähnlich wie auf der Krim - durch Moskau sieht der Außenexperte jedoch nicht: "Aber man sollte die zunehmenden Aktivitäten (Anm. d. Red: Russlands) wachsam beobachten." Hintergrund: Den sechs Westbalkanländern Bosnien-Herzegowina, Albanien, Kosovo, Serbien, Mazedonien und Montenegro hat die EU 2003 einen Beitritt versprochen.

In ihrer neuen Westbalkan-Strategie vom Februar dieses Jahres nannte die EU-Kommission mit dem Jahr 2025 erstmalig ein Zieldatum für den Beitritt von zwei Ländern (Serbien, Montenegro).

ANZEIGE

Die News McAllister: EU soll Westbalkan-Länder in Entscheidungen einbeziehen wurde von dts am 09.03.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Politik, EU, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Kosovo, Serbien, Mazedonien, Montenegro abgelegt.

Weitere Meldungen

Klingbeil: CSU setzt geeintes demokratisches Europa aufs Spiel

Berlin - SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat der CSU vorgeworfen, Europa zu gefährden. "Die CSU setzt mit ihrem Populismus gerade das geeinte demokratische Europa aufs Spiel.

Mehr
Brexit kann Deutschen höhere Steuern bringen

Berlin - Durch den EU-Ausstieg Großbritanniens kommen auf deutsche Unternehmen, Organisationen und viele Bürgern mit Verbindungen nach Großbritannien höhere Steuern zu. Der

Mehr
Kramp-Karrenbauer warnt vor deutschem Sonderweg in Europa

Berlin - Ein Jahr nach dem Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl und auf dem Höhepunkt des Konflikts zwischen CDU und CSU über die Zurückweisung registrierter Flüchtlinge

Mehr

Top Meldungen

Harte Verhandlungen bei EU-Agrar-Ministerrat in Luxemburg

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich auf harte Verhandlungen über die Zukunft der europäischen Agrarpolitik eingestellt. Bezüglich des

Mehr
Berichte: Audi-Chef Stadler festgenommen

München - Im Dieselskandal haben die Behörden Audi-Chef Rupert Stadler übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Montagvormittag vorläufig festgenommen. Die Medien berufen

Mehr
Wirtschaft kritisiert Euro-Reformpläne von Scholz

Berlin - Die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Reform der Währungsunion stoßen in Deutschland auf Kritik von Wirtschaftsverbänden. "Viele der Vorschläge

Mehr