Wirtschaft

EU-Kommission gibt herkömmlichen Motoren keine Zukunft

  • 9. März 2018, 00:21 Uhr
Bild vergrößern: EU-Kommission gibt herkömmlichen Motoren keine Zukunft
Autobahn
dts

.

Anzeige

Brüssel - Die Brüsseler EU-Kommission rechnet damit, dass herkömmliche Motoren keine Zukunft haben. "Der Verbrennungsmotor hat seine Blütezeit hinter sich. Ich glaube nicht, dass in 15 Jahren noch jemand mit Diesel oder Benzin fährt, aber ich werde der Industrie keine bestimmte Technologie vorschreiben", sagte die zuständige EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmen, Elzbieta Bienkowska, der "Welt" (Freitagausgabe).

Sie widersprach damit nicht zuletzt VW-Chef Müller, der in dieser Woche behauptet hatte, "dass der Diesel ein Revival erleben wird". Bienkowska mahnte zugleich dringend ein Umsteuern der Automobilindustrie an, bevor sie von der Konkurrenz aus Asien und Amerika abgehängt werde: "Mein Appell an den Automobilsektor ist: Setzt vor der Konkurrenz, vor den Amerikanern und Asiaten, auf die Trends in der Technologie und im Design. Das ist bisher nicht ausreichend in Europa passiert."

Die Kommissarin aus Polen betonte, dass sich die Wirtschaftsstrukturen weltweit in einem Wandel befinden. "Die europäische, und damit auch die deutsche, Automobilindustrie steht an einer Weggabelung und muss sich nun für die richtige Abzweigung entscheiden", so Bienkowska. Die Trends für eine zukunftsweisende Wirtschaft seinen sauberes, abgasfreies und automatisiertes Fahren: "Wenn der Automobilsektor langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss er sich an den industriellen Wandel anpassen." Die Kommissarin sagte, sie wolle Anreize setzen, damit die Industrie in saubere Technologien investiere: "Momentan haben wir ein Henne-Ei-Problem: keine abgasfreien Autos auf der Straße bedeutet, dass niemand Ladestationen baut. Ohne Ladestationen kauft keiner abgasfreie Autos".

Deswegen müssten Anreize mit "Infrastrukturentwicklung" gekoppelt sein.

ANZEIGE

Die News EU-Kommission gibt herkömmlichen Motoren keine Zukunft wurde von dts am 09.03.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, EU, Deutschland, Autoindustrie abgelegt.

Weitere Meldungen

Studie: Immer mehr Betriebe führen Arbeitszeitkonten für ihre Mitarbeiter

Immer mehr Beschäftigte können ihre Arbeitszeit im Unternehmen per Arbeitszeitkonto erfassen lassen. Solche Konten könnten als Instrument dienen, um "für Beschäftigte mehr

Mehr
Mercedes-Benz investiert in Lkw-Werk am Rhein


Zehn Jahre nach Eröffnung des Entwicklungs- und Versuchszentrums (EVZ) in Wörth am Rhein investiert Mercedes-Benz Lkw weitere rund 50 Millionen Euro in das

Mehr
Audi-Chef Stadler "vorübergehend" von Vorstandsaufgaben entbunden

Wolfsburg - Die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi haben den inhaftierten Audi-Chef Rupert Stadler vorübergehend von seinen Vorstandsaufgaben entbunden. Damit habe man der

Mehr

Top Meldungen

Behörden nutzen neues Transparenzregister kaum

Berlin - Das von der Bundesregierung zum Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung eingerichtete Transparenzregister wird von den Behörden in Deutschland bisher nur wenig

Mehr
Bei Finanzaufsichtsbehörde liegende Informationen nicht zwangsläufig vertraulich

Nicht alle bei einer Finanzaufsichtsbehörde wie der deutschen Bafin vorliegenden Informationen zu einem Unternehmen sind nach europäischem Recht zwangsläufig vertraulich.

Mehr
Große Unterschiede beim Pro-Kopf-Verbrauch zwischen den EU-Staaten

Luxemburg - Beim Pro-Kopf-Verbrauch der EU-Bürger gibt es große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. Das teilte das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. Der

Mehr