Technologie

Ifo-Institut für Saarbrücken als Standort für neues KI-Zentrum

  • 1. März 2018, 12:48 Uhr

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Dresden - Das Ifo-Institut hat sich für Saarbrücken als Standort für das von Union und SPD im Bund angedachte Zukunftszentrum für künstliche Intelligenz, welches gemeinsam mit Frankreich aufgebaut werden soll, ausgesprochen. Es müsse auf die Erreichbarkeit der Einrichtung von Frankreich aus geachtet werden, sagte der Vizechef der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe).

Schon das spreche etwa gegen eine Ansiedlung in Ostdeutschland. Forschungsinstitute sollten zudem "grundsätzlich dort angesiedelt werden, wo die besten Forschungsergebnisse zu erwarten sind - also in der Nähe von entsprechend spezialisierten Universitäten oder Forschungseinrichtungen", sagte Ragnitz weiter. Damit sei eher eine Ansiedlung im Saarland sinnvoll, weil dort am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) seit nunmehr 30 Jahren rund um das Thema künstliche Intelligenz geforscht werde. "Hier sind am ehesten Synergieeffekte zu erwarten, die sich positiv auf weitere Forschungserfolge auswirken dürften."

Regionalökonomische Überlegungen sollten nach Ragnitz` Ansicht bei Standortentscheidungen dieser Art nicht im Vordergrund stehen, "zumal die regionalökonomischen Wirkungen von Forschungsinstituten aller Erfahrung nach auch eher gering sind". Der Vize-Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, warb dagegen für den Osten als Standort für die geplante deutsch-französische Einrichtung. Zwar sei eine gute Verkehrsanbindung wichtig. "Es muss aber nicht notwendigerweise unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze angesiedelt sein", sagte Holtemöller der Zeitung.

"Wenn es um künstliche Intelligenz geht, ist die Nähe zu einer Universität mit entsprechenden Studiengängen und Forschungsschwerpunkten wichtig." Unter Beachtung dieser Kriterien sei die Ansiedlung einer solchen Einrichtung in Ostdeutschland "durchaus sinnvoll". Zudem könne der Osten auch wirtschaftlich von einem solchen Forschungszentrum profitieren. Bei der Ansiedlung von öffentlichen Einrichtungen in strukturschwachen Regionen sei es möglich, "den Anteil hoch qualifizierter Beschäftigter und den Anteil von Forschung und Entwicklung an der gesamten Wertschöpfung in einer Region zu erhöhen", sagte der IWH-Vize. "Beides ist wichtig für strukturschwache Regionen, die häufig innovationsschwach sind."

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