Politik

Gespräche über nordirische Einheitsregierung erneut gescheitert

  • 14. Februar 2018, 18:58 Uhr
Bild vergrößern: Gespräche über nordirische Einheitsregierung erneut gescheitert
DUP-Chefin Arlene Foster
Bild: AFP

Die seit einem Jahr andauernden Versuche einer Regierungsbildung in Nordirland sind erneut gescheitert. Bei den Gesprächen gebe es 'derzeit keine Perspektiven', erklärte die Vorsitzende der protestantischen DUP, Arlene Foster, am Mittwoch.

Anzeige

Die seit einem Jahr andauernden Versuche einer Regierungsbildung in Nordirland sind erneut gescheitert. Bei den Gesprächen der katholisch-republikanischen Sinn-Fein-Partei und der protestantischen Democratic Unionist Party (DUP) gebe es "derzeit keine Perspektiven", erklärte die DUP-Vorsitzende Arlene Foster am Mittwoch. Nun müsse die Zentralregierung in London die Kontrolle über den Haushalt übernehmen und Entscheidungen treffen.

Bei den Gesprächen hätten in Bezug auf die Stellung der irischen Sprache Gälisch "schwere und beträchtliche Differenzen" zwischen Sinn Fein und ihrer DUP fortbestanden, erklärte Foster. Zwar bleibe eine dauerhafte und funktionierende Regierung das Ziel der DUP. "Aber wir werden kein einseitiges Abkommen akzeptieren."

Nun müsse London "wichtige Entscheidungen" etwa zu Schulen, Krankenhäusern und Infrastruktur in Nordirland treffen, erklärte Foster. Diese Entscheidungen beträfen alle und seien schon zu lang aufgeschoben worden.

Die fünf größten Parteien Nordirlands hatten Ende Januar mit der jüngsten Verhandlungsrunde begonnen. Am vergangenen Montag waren die britische Premierministerin Theresa May und der Regierungschef der Republik Irland, Leo Varadkar, zu den Verhandlungen dazugestoßen und hatten Hoffnungen auf einen baldigen Abschluss geweckt.

Die Koalition zwischen den lange verfeindeten Parteien Sinn Fein und DUP war im Januar 2017 zerbrochen. Nach den Regionalwahlen im März blieben Gespräche über eine Neuauflage der Koalition ohne Ergebnis, eine Frist nach der anderen verstrich. Die Verhandlungen scheiterten unter anderem an der Forderung von Sinn Fein, Gälisch als Amtssprache anzuerkennen und die Homo-Ehe einzuführen. Außerdem kritisierte Sinn Fein den Eintritt der DUP in die britische Regierung.

Die News Gespräche über nordirische Einheitsregierung erneut gescheitert wurde von AFP am 14.02.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Großbritannien, Nordirland, Regierung, Parteien abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Deutscher Staat erzielte 2017 Rekordüberschuss von 36,6 Milliarden Euro

Der deutsche Staat hat 2017 einen Rekordüberschuss von 36,6 Milliarden Euro erzielt. Das war absolut gesehen das größte Plus seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische

Mehr
Über 20 Prozent der SPD-Mitglieder haben sich bereits an "GroKo"-Votum beteiligt

Mehr als 20 Prozent der SPD-Mitglieder haben sich bis Freitag bereits an der Befragung über den Koalitionsvertrag mit der Union beteiligt. Eine Parteisprecherin bestätigte in

Mehr
Australischer Vize-Regierungschef Joyce tritt zurück

Der australische Vize-Regierungschef Barnaby Joyce hat wegen einer Affäre mit einer von ihm geschwängerten ehemaligen Mitarbeiterin und einer anonymen Beschuldigung der sexuellen

Mehr

Top Meldungen

Verdi setzt Post mit weiteren Warnstreiks unter Druck

Im Tarifkonflikt mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn mit weiteren Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Angaben der Gewerkschaft

Mehr
"Wirtschaftswoche": Tausende Klagen gegen Monsanto in den USA anhängig

In den USA sind einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge rund 2200 Klagen gegen den Saatguthersteller Monsanto wegen möglicher Krebsgefahr anhängig. Wie die Zeitung am Freitag

Mehr
Weltgrößter Staatsfonds optimistisch für deutsche Autobauer

Oslo - Der Vorstandschef des staatlichen norwegischen Pensionsfonds der Norges Bank (NBIM), Yngve Slyngstad, ist optimistisch, dass die deutschen Autohersteller die Umbrüche in

Mehr