Brennpunkte

UN-Generalsekretär will mehr deutsche Blauhelm-Soldaten

  • 14. Februar 2018, 12:06 Uhr
Bild vergrößern: UN-Generalsekretär will mehr deutsche Blauhelm-Soldaten
Vereinte Nationen
dts

.

Anzeige

New York - UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat deutlich mehr Engagement von Deutschland bei den Blauhelm-Einsätzen der Vereinten Nationen gefordert. Viel zu oft seien die Blauhelme lediglich die "Babysitter von Krisen", sagte Guterres dem Magazin "Stern".

Die reichen Länder müssten mehr direkte Verantwortung für UN-Friedenseinsätze übernehmen. "Wir müssen in der Lage sein, Frieden durchzusetzen." Dazu gehörten neben besserer Ausbildung und Ausrüstung auch deutlich mehr Personal: "Ich wünsche mir mehr deutsche UN-Blauhelme." Der ehemalige portugiesische Ministerpräsident und langjährige UN-Flüchtlingskommissar war im Oktober 2016 zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt worden.

Er trat sein Amt in schwierigen Zeiten an: Die USA unter Präsident Trump ziehen sich aus UN-Institutionen wie etwa der Unesco zurück, kündigten das Klima-Abkommen von Paris, kürzen massiv Gelder. Dabei müsse die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen etwa im Kampf gegen den Klimawandel verstärken, so Guterres. "Selbst die Umsetzung dieses Abkommens wird nicht reichen. Es ist nun einmal so: Für unseren Planeten gilt Alarmstufe Rot."

Zugleich rief Guterres im "Stern" zur Unterstützung des Globalen Migrationspaktes auf, der Ende dieses Jahres verabschiedet werden soll. Der Pakt soll die Rechte der weltweit 258 Millionen Migranten stärken, auch durch mehr Möglichkeiten zur legalen Einreise. Aufgrund des demografischen Drucks und des Klimawandels werde die Zahl der Migranten weiter steigen. Es gelte nun, Kontrolle über den Prozess zu gewinnen. Die Flüchtlingskrise 2015 bezeichnete Guterres als "komplettes politisches Versagen. Die Menschen sahen einen nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom, der vollkommen unkontrolliert über den Balkan Richtung Norden zog. Überforderte Regierungen, niemand erklärte sich verantwortlich." Der von Deutschland und Frankreich geplanten Einrichtung von Asylzentren in Afrika und Libyen steht Guterres skeptisch gegenüber. "Wir müssen mehr Wege für legale Migration auch nach Europa öffnen. Denn Staaten, die Migration massiv beschränken, fügen sich selbst wirtschaftlichen Schaden zu." So werde Europa in naher Zukunft Millionen Menschen benötigen, die sich um die alternde Bevölkerung kümmerten. Die USA hatten sich unter Verweis auf die "Souveränität" ihres Landes im vergangenen Dezember aus den Verhandlungen für den Migrations-Pakt zurückgezogen. Auch in einigen osteuropäischen EU-Staaten regt sich Widerstand gegen das geplante Abkommen. An diesem Wochenende wird Antonio Guterres auf der Münchner Sicherheitskonferenz erwartet.

Die News UN-Generalsekretär will mehr deutsche Blauhelm-Soldaten wurde von dts am 14.02.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, INT, Militär abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Merkel sieht Verbindung von Flüchtlingsaufnahme und EU-Geldern nicht als Drohung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versteht ihren Plan, EU-Mittel an die Flüchtlingsaufnahme zu knüpfen, nicht als Drohung mit Ausgabenkürzungen an osteuropäische Staaten. Eine

Mehr
USA verlegen Botschaft in Israel schon im Mai nach Jerusalem

Die USA wollen ihre Botschaft in Israel schon im Mai von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Der Umzug solle zum 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung am 14. Mai erfolgen,

Mehr
Zwei Tote bei Schießerei im Zentrum von Zürich

Mitten in Zürich hat ein Mann am helllichten Tag eine Frau erschossen und sich anschließend das Leben genommen. Nach Polizeiangaben feuerte der 38-Jährige am frühen

Mehr

Top Meldungen

Volkswagen trotz Diesel-Skandals mit Rekord-Ergebnis

Wolfsburg - Trotz des Diesel-Skandals hat der Volkswagen-Konzern 2017 ein Rekord-Ergebnis erzielt. Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen auf 230,7 Milliarden Euro und lagen damit

Mehr
Verdi setzt Post mit weiteren Warnstreiks unter Druck

Im Tarifkonflikt mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn mit weiteren Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Angaben der Gewerkschaft

Mehr
"Wirtschaftswoche": Tausende Klagen gegen Monsanto in den USA anhängig

In den USA sind einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge rund 2200 Klagen gegen den Saatguthersteller Monsanto wegen möglicher Krebsgefahr anhängig. Wie die Zeitung am Freitag

Mehr