Politik

Skandal um sexuelle Übergriffe bei Oxfam weitet sich aus

  • 13. Februar 2018, 19:57 Uhr
Bild vergrößern: Skandal um sexuelle Übergriffe bei Oxfam weitet sich aus
Oxfam-Chef Mark Goldring
Bild: AFP

Neue Berichte über sexuelle Übergriffe im Südsudan haben den Chef der britischen Hilfsorganisation Oxfam, Mark Goldring, am Dienstag in Erklärungsnot gebracht. Eine Mitarbeiterin warf ihm vor, nicht auf entsprechende Berichte reagiert zu haben.

Anzeige

Neue Berichte über sexuelle Übergriffe haben den Chef der britischen Entwicklungsorganisation Oxfam, Mark Goldring, am Dienstag in Erklärungsnot gebracht. Oxfam-Mitarbeiterin Helen Evans warf leitenden Mitarbeitern der Hilfsorganisation vor, nicht auf eine Umfrage reagiert zu haben, die eine "Kultur sexuellen Missbrauchs" in einigen Oxfam-Büros aufgedeckt hatte. Zusätzlich zu den Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe im Tschad und in Haiti wurden darin auch Fälle im Südsudan genannt.

Die Studie wurde zwischen 2012 und 2015 erstellt und wertete die Antworten von 120 Oxfam-Mitarbeitern in drei Ländern aus. Zwischen elf und 14 Prozent der Befragten berichteten, sie hätten sexuelle Übergriffe beobachtet oder am eigenen Leib erlebt. 

Im Südsudan berichteten sieben Prozent der Befragten von Vergewaltigungen oder versuchten Vergewaltigungen, an denen Mitarbeiter beteiligt gewesen seien. Evans sagte im Sender Channel 4 News, Oxfam-Chef Goldring habe ihr gesagt, dass Gespräche über den Bericht zu nichts führen würden. Evans berichtete außerdem über sieben Fälle von "unangemessenem Verhalten gegenüber Kindern" in Oxfam-Läden in den Jahren 2013 und 2014.

Oxfam wird seit Tagen von einem Skandal um Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und dem Tschad erschüttert. Am Montag trat die Vizechefin Penny Lawrence zurück. Haitis Staatschef Jovenel Moise schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, es gebe "nichts Würdeloseres und Unehrlicheres" als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die "bedürftige Menschen" ausnutzten. 

Die Enthüllungen haben Empörung in Großbritannien ausgelöst, dessen Regierung Oxfam im vergangenen Jahr mit umgerechnet 35,7 Millionen Euro unterstützte. Nach einer internen Untersuchung wurden bereits einige Oxfam-Mitarbeiter entlassen.

Die News Skandal um sexuelle Übergriffe bei Oxfam weitet sich aus wurde von AFP am 13.02.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Großbritannien, Südsudan, Hilfsorganisationen, Missbrauch abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Deutscher Staat erzielte 2017 Rekordüberschuss von 36,6 Milliarden Euro

Der deutsche Staat hat 2017 einen Rekordüberschuss von 36,6 Milliarden Euro erzielt. Das war absolut gesehen das größte Plus seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische

Mehr
Über 20 Prozent der SPD-Mitglieder haben sich bereits an "GroKo"-Votum beteiligt

Mehr als 20 Prozent der SPD-Mitglieder haben sich bis Freitag bereits an der Befragung über den Koalitionsvertrag mit der Union beteiligt. Eine Parteisprecherin bestätigte in

Mehr
Australischer Vize-Regierungschef Joyce tritt zurück

Der australische Vize-Regierungschef Barnaby Joyce hat wegen einer Affäre mit einer von ihm geschwängerten ehemaligen Mitarbeiterin und einer anonymen Beschuldigung der sexuellen

Mehr

Top Meldungen

Verdi setzt Post mit weiteren Warnstreiks unter Druck

Im Tarifkonflikt mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn mit weiteren Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Angaben der Gewerkschaft

Mehr
"Wirtschaftswoche": Tausende Klagen gegen Monsanto in den USA anhängig

In den USA sind einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge rund 2200 Klagen gegen den Saatguthersteller Monsanto wegen möglicher Krebsgefahr anhängig. Wie die Zeitung am Freitag

Mehr
Weltgrößter Staatsfonds optimistisch für deutsche Autobauer

Oslo - Der Vorstandschef des staatlichen norwegischen Pensionsfonds der Norges Bank (NBIM), Yngve Slyngstad, ist optimistisch, dass die deutschen Autohersteller die Umbrüche in

Mehr