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Unternehmen erwarten Nachteile durch neue EU-Datenschutzregeln

  • 13. Februar 2018, 16:01 Uhr
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Bild: AFP

Die deutschen Unternehmen fürchten Nachteile durch die neuen europäischen Datenschutzregeln, die im Mai in Kraft treten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Unternehmen.

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Deutschlands Unternehmen rechnen mit Nachteilen durch die neuen Datenschutzregeln der EU. Die Firmen betrachten die Datenschutzgrundverordnung hauptsächlich als zusätzliche Kosten- und Arbeitsbelastung, wie eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergab. Fast 70 Prozent der 682 befragten Unternehmen gehen demnach dennoch davon aus, die Verordnung bis zum Inkrafttreten im Mai vollständig oder zumindest teilweise umgesetzt zu haben.

Vorgesehen in der Verordnung ist etwa, dass Unternehmen künftig Daten, die sie für einen bestimmten Zweck bekommen, in der Regel nicht mehr ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen weitergeben oder für andere Zwecke nutzen dürfen. Auch ein Recht auf Vergessen soll es geben: Internetanbieter müssen auf Verlangen private Informationen löschen. 

Bei Verstößen gegen die neuen Vorschriften sieht die Neuregelung Strafen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes von Unternehmen vor. Die Mitgliedstaaten haben bis zum 25. Mai 2018 Zeit, die Verordnung umzusetzen.

In der ZEW-Umfrage gab rund die Hälfte der Unternehmen an, dass ihre Geschäftsprozesse durch die neuen Vorschriften verkompliziert würden. Nur etwas über ein Viertel der Unternehmen glaubt hingegen, dass Kunden durch die neuen Regeln mehr Vertrauen beim Onlineshopping haben werden. 

Rund zehn Prozent denken, dass die Datenschutzgrundverordnung zu Wettbewerbsvorteilen für EU-Unternehmen auf internationalen Märkten führen wird. Mit fünf Prozent gehen noch weniger Unternehmen davon aus, dass sich die Verordnung positiv auf die eigene Geschäftsentwicklung auswirkt.

Die ZEW-Umfrage zeigt auch, dass sich mehr als die Hälfte der Unternehmen der Informationswirtschaft noch gar nicht mit der Datenschutzgrundverordnung auseinandergesetzt hat. Das Zentrum befragte im Dezember Unternehmen der Informationswirtschaft, die mehr als fünf Beschäftigte haben.

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