Lifestyle

CDU-interner Streit voll entbrannt: Kritik an der Kritik

  • 9. Februar 2018, 12:08 Uhr
Bild vergrößern: CDU-interner Streit voll entbrannt: Kritik an der Kritik
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
dts

.

Anzeige

Wiesbaden - Zwei Tage nach der Einigung auf einen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD ist der parteiinterne Streit bei der CDU voll entbrannt. In scharfen Worten hat der hessische CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg die innerparteilichen Kritiker gerügt.

"Ich stelle eine Maßlosigkeit der Kritik innerhalb und außerhalb der Union fest, die mich sprachlos macht", sagte Boddenberg am Freitag der "Süddeutschen Zeitung". Er rief die Skeptiker, die sich über einen inhaltlichen und personellen Bedeutungsverlust der CDU beklagten, zur Mäßigung auf. Das wichtigste Ziel sei derzeit eine handlungsfähige und stabile Bundesregierung, die die Interessen Deutschlands in Europa und der Welt kraftvoll vertreten könne, sagte er. Die zwischen Union vereinbarte Ressortverteilung, bei der die CDU auf das Bundesinnenministerium und das Finanzressorts verzichten muss, sei schmerzhaft, sagte Boddenberg.

Allerdings habe sich die Union in wichtigen inhaltlichen Punkten in der Finanz-, Bildungs- und Familienpolitik, bei der Digitalisierung und dem Infrastrukturausbau durchgesetzt. Ebenso beim Thema Innere Sicherheit und Migration. "Anlässlich so mancher Äußerungen der vergangenen Tage frage ich mich: Ist das alles nichts? Wollen wir uns ausschließlich über Personal oder nicht doch besser über Inhalte unterhalten, die den Menschen auf den Nägeln brennen?" Boddenberg mahnte die Kritiker, ihre politischen Pflichten vor persönlichen Unmut zu stellen: "Als Führungskräfte in der Politik haben wir eine Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes. Einer solchen Verantwortung sollte jeder Einzelne auch gerecht werden, und nicht sein Mütchen kühlen, weil ihm die Gelegenheit dafür gerade günstig erscheint."

Zuvor hatte unter anderem der Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, die Kanzlerin quasi direkt attackiert. "Wir fordern die Einbindung jüngerer Personen in die Parteiführung ein", sagte Ziemiak am Freitagmorgen dem "Deutschlandfunk". Wenn es so weitergehe wie bisher, werde dies dazu führen, "dass die Basis frustriert" sei, sagte der JU-Chef in unüberhörbar drohendem Ton.

Die News CDU-interner Streit voll entbrannt: Kritik an der Kritik wurde von dts am 09.02.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Parteien abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Syrien-Konflikt: Macron und Merkel schreiben Brief an Putin

Berlin - Vor dem Hintergrund der dramatischen Lage in Ost-Ghouta bei Damaskus haben der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag

Mehr
Goitzsche Front auf Platz eins der Album-Charts

Baden-Baden - Die Rockband Goitzsche Front aus Bitterfeld steht mit "Deines Glückes Schmied" an der Spitze der offiziellen deutschen Album-Charts. Das teilte die GfK am Freitag

Mehr
Kauder schließt Zusammenarbeit der Union mit AfD aus

Berlin - Unions-Fraktionschef Volker Kauder hat eine Zusammenarbeit seiner Fraktion mit der AfD klar ausgeschlossen. Kauder sagte der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe):

Mehr

Top Meldungen

Verdi setzt Post mit weiteren Warnstreiks unter Druck

Im Tarifkonflikt mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn mit weiteren Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Angaben der Gewerkschaft

Mehr
"Wirtschaftswoche": Tausende Klagen gegen Monsanto in den USA anhängig

In den USA sind einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge rund 2200 Klagen gegen den Saatguthersteller Monsanto wegen möglicher Krebsgefahr anhängig. Wie die Zeitung am Freitag

Mehr
Weltgrößter Staatsfonds optimistisch für deutsche Autobauer

Oslo - Der Vorstandschef des staatlichen norwegischen Pensionsfonds der Norges Bank (NBIM), Yngve Slyngstad, ist optimistisch, dass die deutschen Autohersteller die Umbrüche in

Mehr