Brennpunkte

Jesiden befürchten Massaker in Afrin

  • 6. Februar 2018, 11:56 Uhr

.

Anzeige

Berlin - Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland befürchtet ein Massaker an der religiösen Minderheit der Jesiden durch den Krieg in der nordsyrischen Kurdenregion Afrin. Der Vorsitzende des Zentralrats, Irfan Ortac, sagte der "Frankfurter Rundschau": "Wir befürchten eine Katastrophe, nach der sich die gesamte freie Welt fragen wird: Hätten wir das nicht verhindern können?" In der Region leben nach Ortacs Angaben rund 15.000 Jesiden.

Sie würden von Dschihadisten bedroht, die zusammen mit den türkischen Truppen nach Afrin vordrängen, berichtete Ortac unter Hinweis auf regelmäßige Kontakte mit der örtlichen Bevölkerung. Die Zusammenarbeit zwischen türkischen Truppen und Dschihadisten sei "ganz intensiv", sagte Ortac der "Frankfurter Rundschau". "Die Bodentruppen bestehen überwiegend aus diesen Dschihadisten. Nach unseren Informationen dürften sie etwa 80 Prozent der Bodentruppen stellen."

Mitglieder der jesidischen Minderheit waren bereits im Krieg im Nordirak von Kämpfern des "Islamischen Staates" (IS) massakriert und Tausende der Frauen und Mädchen verschleppt und versklavt worden. Der Zentralrat forderte einen sofortigen Waffenstillstand und einen Korridor nach Aleppo. "Die Kämpfe müssen unterbunden werden, um ein Massaker an religiösen Minderheiten zu verhindern", sagte Ortac der Zeitung.

ANZEIGE

Die News Jesiden befürchten Massaker in Afrin wurde von dts am 06.02.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Syrien, Gewalt, Religion abgelegt.

Weitere Meldungen

Immer mehr Extremisten besitzen legal Waffen

Berlin - Derzeit verfügen 1.200 Reichsbürger und 750 Rechtsextremisten über "eine oder mehrere waffenrechtliche Erlaubnisse", dürfen also legal eine scharfe Waffe besitzen. Das

Mehr
EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Luftbelastung

Brüssel - Die EU-Kommission verklagt Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen zu hoher Luftverschmutzung in mehreren Kommunen. Das teilte die Brüsseler Behörde

Mehr
Niedersachsen: Tötung von 560.000 gesunden Putenküken war rechtens

Hannover - Die Tötung von fast 560.000 gesunden Putenküken bleibt für eine Reihe von Brütereien in Niedersachsen ohne strafrechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft

Mehr

Top Meldungen

Gutachten warnt vor Risiken für EU beim Euro-Clearing

Frankfurt/Main - Ein Verbleib des Euro-Clearings in London nach dem Brexit würde einem Gutachten zufolge große Gefahren für den europäischen Finanzsektor mit sich bringen. Das

Mehr
Bericht: Deutsche Post plant Porto-Erhöhung auf 80 Cent

Berlin - Nach steigenden Preisen für Bücher- und Warensendungen zum 1. Juli plant die Deutsche Post laut eines Zeitungsberichts die nächste Portoerhöhung. Laut Informationen von

Mehr
TÜV-Verband fordert Prüfpflicht für Windräder

Berlin - Nach mehreren Havarien von Windkraftanlagen fordern die Technischen Überwachungsvereine von der Politik eine gesetzlich geregelte Prüfpflicht für die Ökostrom-Anlagen.

Mehr