Finanzen

Bund kassiert so viel Mineralölsteuer wie seit 14 Jahren nicht

  • 4. Februar 2018, 12:31 Uhr
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Berlin - Die Energiesteuer, früher Mineralölsteuer genannt, fällt für das Jahr 2017 mit 41 Milliarden überraschend hoch aus. Das entspricht einem Plus von gut zwei Prozent.

Nur im Jahr 2003 nahm der Staat mit 43 Milliarden Euro noch mehr Geld aus dieser Bundessteuer ein. Die Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium stammen aus einer Untersuchung des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), über die die "Welt" in ihrer Montagausgabe berichtet. Die Einnahmen sind aus mehreren Gründen erstmals seit Langem wieder gestiegen. So hat sich 2017 der Dieselabsatz um rund zwei Prozent auf 38,7 Millionen Tonnen erhöht - allen Skandalen und Abgesängen auf den Kraftstoff zum Trotz.

Ebenso setzten die etwa 14.000 Tankstellen in Deutschland 2017 mit 18,6 Millionen Tonnen zwei Prozent mehr Benzin ab. Fast 90 Prozent der Energiesteuersumme stammen aus dem Verkauf dieser beiden Kraftstoffe. Deshalb machen sie auch in absoluten Zahlen gemessen den Hauptanteil der höheren Steuereinnahmen aus. Die restlichen zehn Prozent entfallen auf Heizöl und Erdgas.

Mit 30 Prozent nahmen die Steuereinnahmen auf Erdgas besonders deutlich zu. Die Energiesteuer ist die wichtigste Bundessteuer, sie steht ausschließlich dem Bund zu. So betrug der Anteil der Energiesteuern am gesamten Bundeshaushalt 2017 bedeutende 12,5 Prozent. In Zukunft könnte diese Einnahme jedoch wieder sinken, nämlich wenn es zu einem Erfolg der Elektroautos kommt. Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Christian Küchen, sagte: "Gäbe es nur noch E-Autos und legt man die heutigen Steuersätze zugrunde, würden die Einnahmen aus der Energiesteuer um 90 Prozent einbrechen."

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