Finanzen

Ökonomen: GroKo-Steuerpläne verprellen Mitte der Gesellschaft

  • 4. Februar 2018
Bild vergrößern: Ökonomen: GroKo-Steuerpläne verprellen Mitte der Gesellschaft
Steuerbescheid
dts

.

Anzeige

Berlin - Mit ihren Steuerplänen verprellen Union und SPD nach Einschätzung von Ökonomen die gesellschaftliche Mitte. "Die Bezieher mittlerer Einkommen empfinden vor allem ihr Netto- im Vergleich zum Bruttoeinkommen zunehmend als ungerecht", sagte der Chef des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP), Stefan Liebig der "Welt am Sonntag".

"Das Gefühl von Ungerechtigkeit ist Gift für moderne Gesellschaften." Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, bemängelt: "Schon bei Geringverdienern geht ein zusätzlich verdienter Euro zu einem Großteil an den Staat, weil die Steuersätze schnell und stark ansteigen und mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland in den Spitzensteuersatz rutschen." Anstatt Abhilfe zu schaffen, hätten sich die Koalitionäre auf "ökonomischen Irrsinn" beim Solidaritätszuschlag geeinigt. So frustriere ein Staat seine Leistungsträger und verstärke deren Gefühl von Ungerechtigkeit. Während der Koalitionsverhandlungen im Laufe der Woche hatte sich gezeigt, dass Union und SPD beim Thema Steuerentlastung für den Mittelstand im Vergleich zu den Sondierungsgesprächen nicht nachlegen wollen. Es bleibt bei den versprochenen Entlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro beim Soli sowie einer Aufbesserung des Kindergelds. Kritik an den Verhandlungsergebnissen der Koalitionäre kommt auch aus den eigenen Reihen. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir mutiger und ambitionierter vorgegangen wären", sagte der Chef der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der Union, Carsten Linnemann (CDU), der "Welt am Sonntag". Die bisherigen Ergebnisse "können aus Sicht der Mittelschicht nicht zufriedenstellend sein", kritisierte auch der Vorsitzende der Mittelstands-Union Bayern, Hans Michelbach (CSU). "Die Abschmelzung des Mittelstandsbauchs und die Anhebung der Einkommensgrenze von 54.000 Euro für den Spitzensteuersatz müssen auf der Tagesordnung bleiben."

ANZEIGE

Die News Ökonomen: GroKo-Steuerpläne verprellen Mitte der Gesellschaft wurde von dts am 04.02.2018 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Steuern abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

EZB deutet Ende des Anleiheprogramms an

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, ihre Staatsanleihekäufe bald einzustellen. "Ich habe Ende vergangenen Jahres gesagt, dass ich nicht davon

Mehr
Entwicklungsminister will von Scholz Einsatz für Transaktionssteuer

Berlin - Um europaweit mehr Geld für Entwicklungshilfe aufzubringen, fordert Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) seinen Kabinettskollegen, den Bundesfinanzminister Olaf

Mehr
Steuereinnahmen steigen weiter

Berlin - Die Steuereinnahmen insgesamt sind im April erneut angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Bundesfinanzministerium ein Plus in Höhe von 3,9 Prozent,

Mehr

Top Meldungen

Wenn Roboter Ballett tanzen


Schon klar: Mit der Musikalität ist es bei dieser ganz speziellen Vorstellung ohne Publikum nicht weit her. Aber was die Choreographie der Mitwirkenden, ihre Flexibilität

Mehr
Spritpreise binnen einer Woche um fast drei Cent je Liter gestiegen

Die steigenden Preise am Rohölmarkt treiben die Spritpreise in Deutschland in die Höhe. Binnen einer Woche stiegen die Preise für Super und Diesel um fast drei Cent je Liter,

Mehr
Nach Air-Berlin-Pleite klagen 2.000 Piloten und Flugbegleiter

Berlin - Nach der Insolvenz Air Berlins klagen nahezu 2.000 Piloten, Flugbegleiter und Bodenkräfte beim Arbeitsgericht in Berlin. "Seit dem 1. Dezember sind bei uns 1.889

Mehr