Wirtschaft

Steuerzahlerbund kritisiert Kontrollen der Kraftwerksreserve

  • 22. Januar 2018, 00:17 Uhr
Bild vergrößern: Steuerzahlerbund kritisiert Kontrollen der Kraftwerksreserve
Heizkraftwerk
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Bund der Steuerzahler hat die Bundesregierung für fehlende Kontrollen bei der sogenannten Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken kritisiert. Es werde nicht überprüft, ob die fünf Kraftwerke wie vertraglich vereinbart innerhalb von zehn Tagen ans Netz gehen könnten.

Politiker der Grünen und der Linken schlossen sich der Kritik an. "Bei einer Millioneninvestition belässt es die Bundesregierung bei blindem Vertrauen gegenüber den Kraftwerksbetreibern, ohne die materielle Grundlage zu untersuchen", sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bundes des Steuerzahler der "Welt" (Montagausgabe). Das Risiko trügen die Stromkunden. Der energie- und klimapolitische Sprecher der Linken, Lorenz Gösta Beutin, forderte in der "Welt" Kontrollen für die Sicherheitsbereitschaft.

"Die Stromzahler blechen für Millionen-Gewinne eines privaten Energieversorgers, der über den Strompreis eine Leistung vergütet bekommt, die er nicht zweifelsfrei in der Lage ist, bereitzustellen", sagte Beutin. Die Energiekonzerne könnten ohne Verlustrisiko auf Nichtvorhaltung der Sicherheitsreserve pokern. "Sie gewinnen am Ende immer", sagte Beutin. Das Wirtschaftsministerium werde seiner Verantwortung als Kontrollinstanz nicht gerecht und vertraue blind.

Kritik kommt auch von den Grünen. Ihr Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter sagte "Welt": "Die Stromverbraucher zahlen für etwas, bei dem noch nicht einmal klar ist, ob es das gibt." Hintergrund ist ein "Welt"-Bericht über die Sicherheitsreserve von Braunkohlekraftwerken. Eine Kleine Anfrage der Linken zeigt, dass sich die Bundesregierung bei der Einhaltung der vorgeschriebenen 10-Tage-Frist zwischen Hochfahren und Bereitschaft der Kraftwerke auf die Betreiber verlässt. Kontrollen gebe es demnach nicht.

Die News Steuerzahlerbund kritisiert Kontrollen der Kraftwerksreserve wurde von dts am 22.01.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Energie abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Volkswagen trotz Diesel-Skandals mit Rekord-Ergebnis

Wolfsburg - Trotz des Diesel-Skandals hat der Volkswagen-Konzern 2017 ein Rekord-Ergebnis erzielt. Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen auf 230,7 Milliarden Euro und lagen damit

Mehr
Verdi setzt Post mit weiteren Warnstreiks unter Druck

Im Tarifkonflikt mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn mit weiteren Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Angaben der Gewerkschaft

Mehr
"Wirtschaftswoche": Tausende Klagen gegen Monsanto in den USA anhängig

In den USA sind einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge rund 2200 Klagen gegen den Saatguthersteller Monsanto wegen möglicher Krebsgefahr anhängig. Wie die Zeitung am Freitag

Mehr

Top Meldungen

Weltgrößter Staatsfonds optimistisch für deutsche Autobauer

Oslo - Der Vorstandschef des staatlichen norwegischen Pensionsfonds der Norges Bank (NBIM), Yngve Slyngstad, ist optimistisch, dass die deutschen Autohersteller die Umbrüche in

Mehr
Staat erzielt höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung

Berlin - Der Finanzierungsüberschuss des Staates betrug im Jahr 2017 genau 36,6 Milliarden Euro, so viel wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Den höchsten

Mehr
Norweger wollen mehr in deutschen Mittelstand investieren

Oslo - Der norwegische Staatsfonds will seine Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Dem Nachrichtenmagazin Focus

Mehr