Brennpunkte

Pence bekommt bei Nahost-Reise Kritik an Jerusalem-Entscheidung zu hören

  • 21. Januar 2018, 17:17 Uhr
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Pence (l.) mit König Abdullah II.
Bild: AFP

Bei seiner Nahost-Reise ist US-Vizepräsident Pence mit Kritik an der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt konfrontiert worden. Pence traf in Amman den jordanische König Abdullah II.

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Bei seiner Nahost-Reise ist US-Vizepräsident Mike Pence mit Kritik an der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt konfrontiert worden. Der jordanische König Abdullah II. sagte am Sonntag bei einem Treffen mit Pence in Amman, er habe seine "Sorgen" über die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump wiederholt zum Ausdruck gebracht.

"Jerusalem nimmt für Muslime und Christen genauso eine Schlüsselstellung ein wie für Juden", sagte der König. Der Status von Jerusalem sei zentral bei der Suche nach Frieden in der Region und müsse in einem Friedensabkommen zwischen Israel und Palästinensern festgelegt werden.

Mit der Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen, hatte Trump im Dezember internationale Kritik auf sich gezogen und wütende Proteste in muslimischen Ländern provoziert. Pence verteidigte Trumps Schritt in Amman als "historische Entscheidung". Er betonte, die USA würden weiter für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt eintreten.

Pence hatte seine ursprünglich für Dezember geplante Nahost-Reise am Samstag in Ägypten begonnen. Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi pochte bei einem Gespräch mit dem US-Vizepräsidenten nach Angaben seines Büros darauf, dass die Palästinenser das Recht auf einen eigenen "Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt" hätten.

Pence wollte noch am Sonntag nach Israel weiterreisen. Dort sind am Montag und Dienstag unter anderem Gespräche mit Regierungschef Benjamin Netanjahu und Staatschef Reuven Rivlin vorgesehen, außerdem eine Rede vor dem israelischen Parlament und ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Gespräche mit Palästinenserführern sind nicht geplant. Die Palästinenser hatten wütend auf Trumps Jerusalem-Entscheidung reagiert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wird am Montag in Brüssel mit den EU-Außenministerin über die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses beraten.

Die News Pence bekommt bei Nahost-Reise Kritik an Jerusalem-Entscheidung zu hören wurde von AFP am 21.01.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern USA, Ägypten, Jordanien, Israel, Diplomatie, Krisen abgelegt.

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