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Zahl der Organspender sinkt auf historisches Tief

  • 12. Januar 2018, 19:08 Uhr
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dts

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Berlin - Die Zahl der Organspender ist in Deutschland im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagausgabe.

Nachdem es 2016 bereits ein historisches Tief gegeben hatte, fiel die Zahl der Spender im Jahr 2017 noch einmal um knapp acht Prozent auf nur noch 769, wie dem Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant zu entnehmen ist. Die Zahl der Spender, denen tatsächlich Organe entnommen wurden, lag demnach bei 9,3 pro einer Million Einwohner und somit unter der kritischen Marke von 10 pro einer Million, welche international als Voraussetzung für ein ernst zu nehmendes Organspendesystem gilt. Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf 2.664, im Vorjahr waren es noch 2.927 gewesen. Auch die Zahl der Lebendspenden sank von 659 im Jahr 2016 auf 620 im Jahr 2017.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz beklagte auf Anfrage der SZ das fehlende Interesse der Regierungsparteien an der Transplantationsmedizin. "Diese Dramatik kommt in den Sondierungsgesprächen für eine Neuauflage der Großen Koalition mit keinem Wort vor", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der SZ. "Damit lassen die Parteien die rund 10.000 Menschen auf der Warteliste für ein Organ allein." Brysch forderte, den Spendermangel zu einem Thema bei den Koalitionsverhandlungen zu machen. Mit dem neuen Niedrigststand von 9,3 Spendern pro Million Einwohner gehört Deutschland laut SZ endgültig zu den europäischen Ländern mit dem geringsten Aufkommen an hirntoten Organspendern.

Nur Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien haben noch weniger Spender. Belgien kommt dagegen ebenso wie Kroatien auf mehr als 30 pro Million Einwohner, Spanien ist der langjährige weltweite Spitzenreiter und meldete für 2017 sogar 46,9 Spender pro Million Einwohner. Von der höheren Spendenbereitschaft im Ausland profitieren deutsche Patienten. Denn Herzen, Lebern und Nieren gelangten 2017 ebenso wie in den Vorjahren über den Eurotransplant-Verbund an deutsche Kliniken. Rund 200 zusätzliche Organe aus Belgien, den Niederlanden, Kroatien, Ungarn, Österreich und Slowenien erreichten Deutschland auf diese Weise. Ohne diese sähe es noch düsterer für die hiesigen Patienten aus. Die Situation sei "zutiefst besorgniserregend", hatte Axel Rahmel, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), erst vor Kurzem resümiert. Die DSO will ihre Statistiken für 2017 am Montag vorstellen.

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