Politik

Tschechien wählt neues Staatsoberhaupt

  • 12. Januar 2018, 17:39 Uhr
Bild vergrößern: Tschechien wählt neues Staatsoberhaupt
Zeman (l.), Drahos (u.r.) und drei weitere Kandidaten
Bild: AFP

In Tschechien hat am Freitag die erste Runde der zweitägigen Präsidentschaftswahl begonnen. Im ersten Durchgang treten neun Kandidaten an, darunter der Amtsinhaber Milos Zeman. Eine mögliche Stichwahl ist am 26. und 27. Januar vorgesehen.

Anzeige

In Tschechien hat am Freitag die erste Runde der zweitägigen Präsidentschaftswahl begonnen. Im ersten Durchgang treten neun Kandidaten an, darunter der Amtsinhaber Milos Zeman. Der 73-jährige Staatschef und ehemalige Kommunist war nach 1989 Chef der Sozialdemokratischen Partei, Parlamentspräsident und Regierungschef. Seit 2013 ist Zeman Präsident, er bewirbt sich um eine zweite fünfjährige Amtszeit. Eine mögliche Stichwahl ist am 26. und 27. Januar vorgesehen.

Auf Platz zwei in den Umfragen hinter Zeman liegt der Chemiker und ehemalige Vorsitzende der tschechischen Akademie der Wissenschaften, Jiri Drahos. Der 68-Jährige befürwortet Tschechiens EU- und Nato-Mitgliedschaft, lehnt aber wie alle anderen Präsidentschaftskandidaten die EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge ab. Einige Umfragen deuten darauf hin, dass er der Einzige ist, der Zeman in der Stichwahl schlagen könnte.

Zeman vertritt prorussische und prochinesische Positionen. Er ist seit langem ein Kritiker der Einwanderung aus muslimischen Ländern. In der Vergangenheit sprach er von einer "organisierten Invasion" und sagte, es sei "unmöglich, Muslime zu integrieren". Zemans Unterstützer sind insbesondere auf dem Lande und unter Handwerkern anzutreffen. Drahos findet Zustimmung vor allem innerhalb der städtischen Bevölkerung und bei Intellektuellen.

Ein weiterer Kandidat ist der 65-jährige Liedermacher Michal Horacek, der es mit einer Wettspiel-Firma zu einem Vermögen brachte. Ebenfalls im Rennen sind der ehemalige rechtsgerichtete Regierungschef Mirek Topolanek und der frühere Botschafter in Frankreich, Pavel Fischer.

Als Zeman in Begleitung seiner Frau in einer Prager Schule seine Stimme gab, näherte sich ihm eine Frau mit nacktem Oberkörper mit dem Ruf "Zeman - Putin' slut" (Zeman - Putins Nutte). Zemans Sicherheitsdienst überwältigte die Aktivistin der feministischen Femen-Gruppe. Femen bestätigte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass es sich um die Ukrainerin Angelina Diash handelte. Die Parole zu Zeman und dem russischen Staatschef Wladimir Putin habe sich auch auf ihrer Brust befunden. 

Die Schließung der Wahllokale war für 22.00 Uhr vorgehen. Am Samstag sind sie von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet.

Die News Tschechien wählt neues Staatsoberhaupt wurde von AFP am 12.01.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Tschechien, Präsident, Wahlen abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Ägyptens Staatschef al-Sisi kandidiert für Wiederwahl

Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi tritt bei der Präsidentschaftswahl im März für eine zweite Amtszeit an. Al-Sisi gab seine Kandidatur am Freitag bei einer im

Mehr
Trump solidarisiert sich mit Abtreibungsgegnern

US-Präsident Donald Trump hat sich mit der Protestbewegung gegen Abtreibungen solidarisiert. Trump wandte sich am Freitag per Videoschaltung an die Teilnehmer einer

Mehr
Merkel und Macron rufen SPD zu Ja zur Großen Koalition auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron haben gemeinsam an die SPD appelliert, auf ihrem Sonderparteitag am Sonntag einer Großen

Mehr

Top Meldungen

Hendricks will Strafsteuer gegen Bodenspekulanten

Berlin - Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) will eine Reform der Grundsteuer nutzen, um die Wohnungsnot zu bekämpfen. "Kommunen müssen die Möglichkeit erhalten, für

Mehr
Bericht: Bundesregierung erwartet für 2018 Wachstum von 2,3 Prozent

Berlin - Die Bundesregierung rechnet im neuen Jahreswirtschaftsbericht für 2018 mit einem Wachstum von 2,3 Prozent. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Im

Mehr
Regierungsgutachten fordert Hardware-Nachrüstungen bei Dieselautos

Berlin - Ein Gutachten im Auftrag der Bundesregierung spricht sich für die Nachrüstung sogenannter SCR-Katalysatoren für Dieselfahrzeuge aus. Das berichtet der "Spiegel" in

Mehr