Finanzen

Bundesbank: Fast 300 Milliarden Euro durch Niedrigzinsen eingespart

  • 11. Januar 2018, 12:04 Uhr
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Deutsche Bundesbank
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Frankfurt/Main - Der deutsche Staat hat seit dem Jahr 2008 dank der Niedrigzinsen 290 Milliarden Euro Zinskosten eingespart. Allein im Jahr 2017 beliefen sich die Zinsersparnisse von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im Vergleich zur Zeit vor der Finanzkrise auf 50 Milliarden Euro.

Dies zeigen vorläufige Berechnungen der Deutschen Bundesbank, berichtet das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Die Bundesbank hat in ihrer Analyse das Zinsniveau von 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise, mit dem jeweiligen Niveau in den Jahren danach verglichen. Musste der Staat im Jahr 2007 Investoren noch eine durchschnittliche Rendite von 4,23 Prozent für frisches Geld bieten, fiel das Zinsniveau seitdem kontinuierlich auf zuletzt 1,86 Prozent im Jahr 2017. Wegen dieses Zinsverfalls musste der Staat immer weniger Geld für den Schuldendienst ausgeben.

Zahlte der Bund etwa im Jahr 2008 noch 40,2 Milliarden Euro an Zinsen, waren es im Jahr 2016 nur noch 17,5 Milliarden. Im Jahr 2017 dürfte die Ausgaben abermals gefallen sein. Der Effekt würde sogar noch stärker ausfallen, wenn Bund, Länder und Kommunen keine Überschüsse einfahren, sondern sich verschulden würden. "Der prognostizierte fortgesetzte starke Rückgang des maßgeblichen Schuldenstands 2017 dämpfte erneut die Ersparnis aus der sinkenden Durchschnittsverzinsung", teilte die Bundesbank mit.


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